Lufthansa

Arbeitskampf geht weiter Flugausfälle bei der Lufthansa

Stand: 21.03.2015 18:43 Uhr

Die Piloten der Lufthansa haben den vierten Tag in Folge gestreikt. Fast die Hälfte der geplanten Langstreckenflüge fiel aus, rund 20.000 Reisende waren betroffen. Die Pilotengewerkschaft Cockpit überlegt, die Streiks in den Osterferien fortzusetzen.

Auch nach vier Streiktagen bei der Lufthansa zeichnet sich keine Lösung für den festgefahrenen Tarifkonflikt mit dem Cockpit-Personal ab. 74 von 160 geplanten Langstrecken-Routen wurden heute gestrichen, wie ein Firmensprecher in Frankfurt erklärte. Gut 20.000 Passagiere waren betroffen. Ein Chaos an Deutschlands größtem Airport entstand allerdings nicht. "Es zeigt sich, dass sich viele Passagiere rechtzeitig selbst informieren oder von uns benachrichtigt werden und deshalb gar nicht erst zum Flughafen kommen", sagte der Sprecher.

Bei den Kurz- und Mittelstreckenflügen konnte das Gros der Flüge planmäßig stattfinden, nur vereinzelt mussten Verbindungen wegen der Nachwehen des Streiks vom Vortag gestrichen werden. Zudem fielen nur rund 20 Prozent der Cargo-Verbindungen in Frankfurt aus. Ursprünglich war die Fluggesellschaft von rund 60 Prozent gestrichener Flüge in ihrer Frachtsparte ausgegangen.

Am Sonntag wird es eine Streikpause geben. Die Tarifexpertin der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), Ilona Ritter, will mögliche weitere Ausstände wie bislang mit einem Vorlauf von 24 Stunden ankündigen. Sie geht davon aus, dass die Lufthansa am Sonntag bei den Langstreckenflügen zum Normalbetrieb zurückkehren kann.

Streiks auch über Ostern möglich

Schon am Montag könnte die Verschnaufpause in dem festgefahrenen Tarifkonflikt vorbei sein: "In der Sache gibt es keine Fortschritte. Wir wollen den Druck aufrechterhalten", sagte ein VC-Sprecher. Der Arbeitskampf könne durchaus auch in den Osterferien fortgesetzt werden: "Mit Samthandschuhen kommen wir nicht weiter."

Pilotenstreik bei der Lufthansa
tagesschau24 15:00 Uhr, 21.03.2015, Oliver Sallet, DW

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Das Problem mit der Schlichtung

Die Fronten in dem Konflikt sind verhärtet. Möglicherweise könnte ein externer Schlichter Bewegung in den Konflikt bringen - das ist einer der wenigen Punkte, in denen Unternehmen und Gewerkschaft sich einig sind. Doch bislang konnten sich beide Seiten nicht auf die Ausgangsbedingungen für eine Schlichtung verständigen.

Während die Lufthansa mithilfe eines externen Moderators zunächst nur über den Konflikt in Sachen Übergangsversorgung sprechen will, besteht die VC darauf, dass alle strittigen Fragen Inhalt der Gespräche sein müssten. Offiziell reichen die offenen Tarifprobleme von der Übergangsversorgung über Betriebsrenten bis hin zu Gehältern und Betriebsratsrechten.

Hinter den Kulissen tobt Streit um Eurowings-Konzept

Hinter den Kulissen wird jedoch auch massiv um den Ausbau des Lufthansa-Billigflugangebots unter der Marke Eurowings gestritten. Lufthansa-Chef Carsten Spohr stellte schon mehrfach klar, dass er nicht bereit sei, mit der Gewerkschaft über das Wings-Konzept zu verhandeln. Denn dabei handele es sich nicht um "ein tarifvertraglich zu regelndes Thema", sondern eine unternehmerische Entscheidung.

Das sieht die Gewerkschaft anders. Man wolle keineswegs in die Geschäftspolitik der Lufthansa eingreifen, so eine VC-Sprecherin, "aber auch den zum Ausbau stehenden Billigbereich des Konzerns tariflich begleiten".

Mit der vorigen Sommer vorgestellten Marke will die Lufthansa der Konkurrenz durch Billigflieger wie Ryanair und auf der Langstrecke durch Gesellschaften vom Golf Paroli bieten. Kernpunkt sind niedrigere Kosten: Sie sollen dank geringerer Löhne und mehr Sitzen im Flugzeug 40 Prozent unter denen bei der Lufthansa liegen. Die Piloten bei Eurowings werden nicht nach dem Konzerntarifvertrag bezahlt, sondern verdienen deutlich weniger als beim Mutterkonzern.

Neuer Tarifkonflikt steht bereits an

Der nächste Tarifkonflikt bei der Lufthansa steht mit der Gewerkschaft ver. di an, die ab Montag über die Einkommen von rund 33.000 Lufthansa-Beschäftigten am Boden verhandelt. Verdi verlangt 5,5 Prozent mehr Geld und will ausdrücklich nicht über Altersversorgung sprechen. Der Vergütungs-Tarifvertrag ist zum 31. März gekündigt.

Vierter Tag des Pilotenstreiks bei der Lufthansa
L. Fittkau, DLR-Kultur
22.03.2015 00:21 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Darstellung: