Lufthansa-Maschinen am Münchener Flughafen.

Sparkurs bei der Lufthansa Jede fünfte Führungsstelle fällt weg

Stand: 07.07.2020 13:33 Uhr

Die von der Corona-Krise hart getroffene Lufthansa setzt weiter den Rotstift an. Die Anzahl der Führungskräftestellen soll konzernweit um 20 Prozent reduziert werden. Auch in der Verwaltung wird drastisch eingespart.

Die schwer von der Corona-Krise getroffene Lufthansa hat weitere Sparmaßnahmen angekündigt. Im Zuge eines bis Ende 2023 angelegten Restrukturierungsprogramms soll unter anderem die Zahl der Führungskräftestellen konzernweit um 20 Prozent verringert werden, wie die Fluggesellschaft mitteilte. Außerdem sollen in der Verwaltung 1000 Stellen gestrichen werden. 

Nach der Verkleinerung des Vorstands der Deutschen Lufthansa AG sollen außerdem die Vorstands- und Geschäftsführungsgremien der Töchter schrumpfen. Im ersten Schritt wurde die Anzahl der Gremienmitglieder bei Lufthansa Cargo AG, LSG Group und Lufthansa Aviation Training um jeweils eine Position verringert.

Das Rettungspaket für die Lufthansa

Das Rettungspaket sieht vor, dass der staatliche Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) im Zuge einer Kapitalerhöhung für rund 300 Millionen Euro Aktien zeichnet, um eine Beteiligung von 20 Prozent am Grundkapital der Airline aufzubauen. Er zahlt dafür nur den Nennwert von 2,56 Euro, rund ein Viertel des aktuellen Aktienkurses. Für den Fall einer feindlichen Übernahme könnte der Staat weitere Anteile aktivieren, um eine Sperrminorität zu erreichen. Zudem sind stille Einlagen von 5,7 Milliarden sowie ein KfW-Kredit von 3 Milliarden Euro geplant.

Verhandlungen mit Gewerkschaften

Dem Konzern zufolge besteht wegen der langfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie für den Luftverkehr "auch in der Zeit nach der Krise ein rechnerischer Personalüberhang von mindestens 22.000 Vollzeitstellen in den Unternehmen der Lufthansa Group". Betriebsbedingte Kündigungen sollten aber weiterhin nach Möglichkeit vermieden werden.

Lufthansa verhandelt derzeit mit ver.di und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit über Sparbeiträge der Beschäftigten zur Bewältigung der Corona-Flaute. Das soll Entlassungen verhindern. Für die Kabine hat die Gewerkschaft UFO bereits eine Vereinbarung getroffen.

"Nachhaltige Kostensenkungen unausweichlich"

Die Finanzierung der Gruppe sei nach der Zustimmung der Lufthansa-Aktionäre, die das neun Milliarden Euro schwere Rettungspaket der Bundesregierung Ende Juni gebilligt hatten, sowie den Zusagen der Regierungen in Österreich und der Schweiz, "zunächst gesichert", erklärte die Lufthansa. 

Die vollständige Rückzahlung der staatlichen Kredite und Einlagen inklusive der Zinszahlungen werde das Unternehmen jedoch in den kommenden Jahren zusätzlich belasten, "sodass nachhaltige Kostensenkungen auch aus diesem Grund unausweichlich werden".

Die schon angekündigte Flottenverkleinerung werde umgesetzt. Bis 2023 werde mit der Abnahme von maximal 80 neuen Flugzeugen für die Flotten der Airline-Gruppe das Investitionsvolumen für Neuanschaffungen halbiert. Zu dem Kostensenkungsplan gehört auch, dass die Kernmarke Lufthansa eine eigenständige Gesellschaft werden soll.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Juli 2020 um 13:00 Uhr.

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