Niki-Flugzeug startet | Bildquelle: dpa

Übernahme gescheitert Lufthansa verzichtet auf Niki

Stand: 13.12.2017 15:49 Uhr

Die geplante Übernahme der österreichischen Air-Berlin-Tochter Niki durch Lufthansa ist geplatzt. Die größte deutsche Airline zog ihr Angebot zurück. Die Bundesregierung rechnet nun mit Insolvenz von Niki - andere Käufer stünden nicht zur Verfügung.

Der Verkauf der Air-Berlin-Tochter Niki an die Lufthansa ist gescheitert - die größte deutsche Fluggesellschaft zog ihr Angebot zurück. Grund ist die ablehnende Haltung der EU-Kommission gegen eine Übernahme der österreichischen Airline aus wettbewerbsrechtlichen Gründen.

Lufthansa zieht Angebot für Niki zurück
tagesschau 17:00 Uhr, 13.12.2017, Gerrit Rudolph, HR

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EU-Kommission kritisch

Lufthansa hatte zuvor mehrfach ihr Angebot nachgebessert, um doch noch das Placet aus Brüssel zu bekommen. Dazu hätte die Airline aber laut Beobachtern wohl auch Start- und Landerechte an großen und attraktiven deutschen Flughäfen wie München oder Berlin-Tegel abgeben müssen. Dennoch hatte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager noch am Freitag betont: "Wir haben ziemlich starke Wettbewerbsbedenken." Ihre Entscheidung wollte die Brüsseler Behörde spätestens am 21. Dezember bekannt geben. Dem ist Lufthansa mit dem Rückzug zuvorgekommen.

Die Bundesregierung rechnet nun mit Insolvenz und Einstellung des Flugbetriebs bei Niki. "Alternative Käufer für Niki standen und stehen bis heute nicht zur Verfügung, trotz allerlei öffentlicher Ankündigungen und intensiven Bemühens des Generalbevollmächtigten von Air Berlin", erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert. "Insolvenz und Grounding von Niki sind jetzt die Folge."

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Interesse an anderer Air-Berlin-Tochter

Mit dem Rückzug bei Niki macht Lufthansa der EU-Kommission zugleich weitere Zugeständnisse, um doch noch andere Teile von Air Berlin übernehmen zu können. Denn an dem Erwerb der anderen Air-Berlin-Tochter LG Walter solle hingegen festgehalten werden, teilte Lufthansa mit. Dazu erklärte die Kommission, man werde die laufende Kartelluntersuchung nun auf dieses geplante Geschäft konzentrieren.

Der dafür vorgesehene Kaufpreis von rund 18 Millionen Euro ist noch Gegenstand erneuter Verhandlungen und soll wohl im Wesentlichen zur Tilgung des von der KfW an Air Berlin gewährten Massekredits verwendet werden. Die Bundesregierung hatte für die 150 Millionen Euro eine Bürgschaft übernommen.

Die insolvente Air Berlin muss nun einen neuen Käufer suchen: "Die Air-Berlin-Gruppe prüft derzeit Verwertungsalternativen für die Niki Luftfahrtgesellschaft GmbH", hieß es in einer Pflichtmitteilung für die Börse.

Flugzeuge von Lufthansa und Niki | Bildquelle: picture alliance / Marcel Kusch/
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Lufthansa will nun andere Teile von Air Berlin übernehmen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. Dezember 2017 um 15:00 Uhr.

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