Abgestellte Lufthansa-Flugzeuge | Bildquelle: dpa

Luftfahrt in der Corona-Krise Spitzentreffen zu Lufthansa-Rettungspaket

Stand: 25.04.2020 17:58 Uhr

Die Bundesregierung will sich in der kommenden Woche mit der Lufthansa beschäftigen. Die Fluggesellschaft kann sich aus eigener Kraft nicht mehr finanzieren. Zu teuer ist der Reisestopp durch die Corona-Krise.

Wie ist die Lufthansa in Zeiten von Corona zu retten? Am Donnerstag teilte der Konzern mit, er könne dies nicht mehr aus eigener Kraft. Nun soll es Anfang der kommenden Woche ein Spitzentreffen geben, bei dem über Staatshilfen gesprochen wird. Teilnehmen werden Bundeskanzlerin Angela Merkel, Finanzminister Olaf Scholz, Wirtschaftsminister Peter Altmaier, Verkehrsminister Andreas Scheuer und Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr.

Rettungspaket von bis zu zehn Milliarden Euro

Die Deutsche Presseagentur berichtet unter Berufung auf Regierungskreise, dass das Rettungspaket für die Fluggesellschaft ein Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro haben soll. Umstritten sei aber noch, in welcher Form die Bundesregierung der Lufthansa hilft und wie viel Mitspracherecht die Politik bei einer vorübergehenden staatlichen Beteiligung haben soll.

Lufthansa-Chef Spohr | Bildquelle: REUTERS
galerie

Lufthansa-Chef Spohr wünscht sich offenbar eine stille Beteiligung der Bundesregierung.

Die "Bild"-Zeitung berichtet, Lufthansa-Chef Spohr wünsche sich eine stille Beteiligung des Bundes. Ein stiller Teilhaber hätte kein Entscheidungs- und Mitbestimmungsrecht. SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich lehnt dies ab. "Wenn Unternehmen wie Lufthansa aus Steuergeldern Staatshilfen in Milliardenhöhe bekommen, müssen auch Mitspracherechte für den Bund gewährleistet sein", sagte er dem Blatt.

10.000 Arbeitnehmern droht Jobverlust

Die Lufthansa hat in den ersten drei Monaten dieses Jahres einen Verlust von 1,2 Milliarden Euro zu verkraften. Im laufenden Quartal erwartet der Konzern ein noch höheres Minus. In einer firmeninternen Mitteilung hatte Spohr die Mitarbeiter auf harte Einschnitte vorbereitet. Nach der Corona-Krise werde die Lufthansa 100 Flugzeuge weniger haben, schreibt er. Daraus ergebe sich ein rechnerischer Überhang von 10.000 Mitarbeitern.

Der stellvertretende Linksfraktionschef Fabio di Masi sagte, nach der Krise werde ein "unternehmerischer Staat" gebraucht, "der eingreift und die Interessen von Beschäftigten und Allgemeinheit schützt". Eine stille Beteiligung würde bedeuten, "der Staat schiebt die Kohle rüber, hat aber nichts zu sagen".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. April 2020 um 20:00 Uhr.

Darstellung: