Biometrischer Check-in bei der Lufthansa | Bildquelle: dpa

Scans bei der Lufthansa Das Gesicht als Bordkarte

Stand: 24.11.2020 16:37 Uhr

Bei der Lufthansa können Fluggäste auf einigen Airports jetzt das Boarding per Gesichtsscan durchführen - auf der Basis biometrischer Daten also. Liegt darin die Zukunft?

Von Joscha Bartlitz, HR

Nicht einmal ihren Mund-Nasen-Schutz müssen Lufthansa-Fluggäste beim Zugang zu ihrem Gate vor dem neuen Gesichtserkennungs-Scanner abnehmen. Und es geht schnell. Sogar sehr schnell. "Man braucht keine Bordkarte mehr vorzeigen und rausholen. Man guckt einfach in die Kamera", sagt Björn Becker, bei der Lufthansa verantwortlich für Produkte und Services am Boden.

Das Gerät scannt Haaransatz, Augen, Ohren und weitere Merkmale des Gesichts ab und öffnet die Türen - sofern der richtige Mensch davorsteht. Neben steigendem Komfort und erhöhter Geschwindigkeit auf dem Weg ins Flugzeug komme in diesen Zeiten aber noch etwas anderes hinzu, "nämlich der Infektionsschutz", so Becker.

Einfach einmal kurz dem neuen biometrischen Gesichtserkennungs-Scanner mit dem klangvollen Namen "Star Alliance Biometrics" tief in die Linse geschaut - und schon ist der Weg Richtung Flieger frei. Das Ganze läuft völlig kontaktlos ab. Die neue Technologie macht es Lufthansa-Passagieren in Frankfurt am Main und München seit heute möglich.

Lufthansa stellt neuen Gesichtserkennungsscanner vor
tagesschau 12:00 Uhr, 24.11.2020, J. Barlitz/J. Dreyhaupt, HR

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Neu in Europa

Die Lufthansa ist dabei Vorreiterin als erstes Luftfahrtunternehmen der Star Alliance - der größten Luftfahrtallianz der Welt mit 26 Gesellschaften -, das diesen Service anbietet. "Biometrie kennen wir alle von unseren eigenen Smartphones zur Entsperrung per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung", sagt Lufthansa-Experte Becker.

Die Anwendung an Flughäfen ist in Europa etwas ganz Neues. In den USA konnte die Lufthansa die neue Gesichtserkennung zusammen mit der US-Einwanderungsbehörde bereits testen - und die Boarding-Geschwindigkeit um fast die Hälfte erhöhen. "Ich glaube, das ist die Zukunft. Wir werden sehen, dass diese biometrischen Identifikationen an Flughäfen und in anderen Infrastrukturen immer mehr kommen", sagt Becker.

Ohne Vorab-Registrierung geht es allerdings nicht. Per App können sich zunächst Teilnehmer von Vielfliegerprogrammen vor ihrer Reise anmelden. Dies ist bereits seit einer Woche möglich. Passagiere müssen dafür ein Foto von sich machen, es im Netz hochladen und ihre Identität mit einem Ausweisdokument bestätigen. Für die Lufthansa sei der Datenschutz dabei von Beginn an ein wichtiges Thema gewesen, versichert Becker.

Verschlüsseltes Foto

"Biometrische Verfahren sind immer schnell in der Kritik", weiß auch Florian Kirchbuchner vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung. Er ist Experte auf diesem Gebiet. "Natürlich habe ich mit jedem Datensatz, den ich irgendwo speichere, mehr Daten, die abgegriffen werden können. Und damit steigt auch immer das Risiko, dass hier Daten für potenzielle Angreifer erreichbar sind."

Allerdings bestehe der zusätzliche Datensatz in diesem Fall nur aus einem Foto, das zudem über einen Algorithmus verschlüsselt und in einen Zahlencode umgewandelt werde. Daher sei der Einsatz biometrischer Technologie an Flughäfen "eigentlich unbedenklich", so Kirchbuchner. Mit den verschlüsselten Bilddaten könnten andere Systeme ohnehin nichts anfangen. Mit den ebenfalls biometriebasierten Systemen der Grenzkontrolle wird es aus Datenschutzgründen keine Verknüpfung geben.

Viele Anwendungen möglich

Auf zehn ausgewählten Flügen von Frankfurt am Main und München aus war der Zugang über die neuen Gesichtserkennungs-Scanner erstmals möglich - und das ist nach Angaben der Lufthansa nur der Anfang. Künftig soll es nicht nur mehr Scanner geben, sondern die Technik soll auch auf weitere Bereiche ausgeweitet werden, etwa am größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main.

"Künftig wollen wir sie überall dort einsetzen, wo der Passagier etwas vorzeigen muss", sagt Fraport-Vorstand Pierre Dominique Prümm. "Wenn er seinen Koffer abgibt, vor der Sicherheitskontrolle, beim Boarding. Nach und nach werden wir alle diese Prozessstellen mit diesen neuartigen Verfahren ausstatten." Auch Prümm ist überzeugt: "Biometrische Systeme sind die Zukunft."

Perspektivisch soll die Gesichtserkennungs-Technologie im gesamten Airline-Bündnis Star Alliance auf nationalen und internationalen Flügen angewendet werden. Auch für ein besseres Sicherheitsgefühl der Passagiere soll sie sorgen.

Kurz vor dem Einstieg ins Flugzeug, am Gate selbst, wartet erneut eines der modernsten Kameraaugen des Airports auf den Gast. "Bitte schauen Sie in die Kamera", lautet die freundliche Aufforderung. Mit Schwung öffnen sich die Schranken und es geht hinein in die Maschine. Ganz einfach eigentlich.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. November 2020 um 12:00 Uhr.

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