Eine Reihe wegen der Corona-Krise geparkter Lufthansa-Maschinen am Frankfurter Flughafen.   | Bildquelle: dpa

Corona-Krise Lufthansa-Piloten bieten Gehaltsverzicht an

Stand: 30.04.2020 18:16 Uhr

Staatseinstieg oder Insolvenz? Die Lufthansa leidet in der Krise massiv. Nun haben 5000 Piloten einen kräftigen Gehaltsverzicht angeboten - wenn der Konzern auf eine Insolvenz verzichtet.

Die Piloten der Lufthansa haben dem Unternehmen einen freiwilligen Gehaltsverzicht bis zum Sommer 2022 angeboten. Voraussetzung dafür ist laut einer Mitteilung der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) der Verzicht auf die Insolvenz in Eigenverwaltung, die das Unternehmen wegen der Corona-Krise als Alternative zu einem Staatseinstieg prüft.

Ein derartiges Schutzschirmverfahren erfülle die Anforderungen nicht, die Krise sozialpartnerschaftlich zu überwinden, teilte die VC mit. Der Konzernvorstand müsse alles tun, um die Krise gemeinsam mit den Beschäftigten zu überwinden.

Volumen von 350 Millionen Euro

Das Angebot beinhaltet laut VC für die mehr als 5000 aktiven Piloten im Konzerntarifvertrag ein um bis zu 45 Prozent abgesenktes Gehalt und habe ein Gesamtvolumen von 350 Millionen Euro. Es gelte für die Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo, des Trainingscenters und der vor der Schließung stehenden Tochter Germanwings. Ähnliches könnte der VC zufolge auch für die Töchter Eurowings und Lufthansa Cityline vereinbart werden.

Im Falle einer Insolvenz in Eigenverwaltung stünden Betriebsrenten und Übergangsvergütungen zur Disposition, weil der Konzern versuchen könnte, die Pensionsverpflichtungen loszuwerden. Auch könnten leichter Tarifverträge gekündigt und Beschäftigte entlassen werden, so die Befürchtung der Gewerkschaft.

Lufthansa prüft Insolvenz

Seit Wochen wird über staatliche Hilfen für den schwer angeschlagenen Konzern diskutiert. In den Verhandlungen mit der Regierung sträubt sich die Lufthansa gegen einen direkten Staatseinfluss. Vertreter der Bundesregierung sollen im Gegenzug zu milliardenschweren Staatshilfen eine Sperrminorität, zwei Sitze im Aufsichtsrat und einen Zinssatz von neun Prozent verlangt haben. Die Lufthansa würde eine stille Beteiligung ohne Mitspracherechte bevorzugen und prüft alternativ eine Insolvenz in Eigenverwaltung nach Vorbild der Condor.

Allein im ersten Quartal summierte sich der operative Verlust des Konzerns auf mehr als eine Milliarde Euro, für das zweite Quartal rechnet der Konzern noch mit einem "erheblich höheren" Verlust.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. April 2020 um 18:00 Uhr.

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