Maschine der Lufthansa | Bildquelle: dpa

737 Max ist eine Option Lufthansa gibt Boeing nicht auf

Stand: 02.04.2019 07:32 Uhr

Flugzeuge des Typs Boeing 737 Max dürfen nach zwei Abstürzen nicht mehr abheben - doch bei der Lufthansa ist der Mittelstreckenjet noch im Rennen. Man habe das Vertrauen in Boeing nicht verloren, so der Chef der Airline.

Die Lufthansa schließt nicht aus, künftig Flugzeuge des Modells Boeing 737 Max anzuschaffen. Das erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr.

Im kommenden Jahr entscheide die Fluggesellschaft über die Anschaffung neuer Kurzstreckenflugzeuge. Die Lufthansa habe das Vertrauen in Boeing nicht verloren, so Spohr.

Auch das nach zwei Abstürzen umstrittene Boeing-Modell 737 Max komme für die Erneuerung der Flotte in Betracht. Boeing werde das derzeitige Problem in den Griff bekommen. Für eine Bestellung im kommenden Jahr werde das Problem mit der 737 Max keine Rolle mehr spielen.

Eine Boeing 737 MAX 8 auf einen Rollfeld | Bildquelle: picture alliance / Dirk Waem/BEL
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Eine Boeing 737 MAX 8 auf einen Rollfeld

737 Max muss am Boden bleiben

Derzeit darf die Boeing 737 Max weder in den USA noch in Europa und China mit Passagieren abheben, nachdem zwei fabrikneue Maschinen innerhalb von kurzer Zeit abgestürzt waren.

Auch Boeing sprach sich dafür aus, die rund 370 ausgelieferten Maschinen vorerst am Boden zu lassen. Der Hersteller beruft sich aber auch darauf, dass die Flugzeuge nach einer ordnungsgemäßen Zulassung durch die US-Luftfahrtaufsicht FAA sicher seien.

2018 keine 737 in Betrieb

Im Jahr 2020 sollen nach Angaben der Lufthansa mehr als 100 neue Maschinen angeschafft werden. Mit der Großbestellung will das Unternehmen kleinere Flugzeuge in ihrer Konzernflotte ersetzen. Neben der 737 Max und der A320 neo kommen auch kleinere Modelle des brasilianischen Flugzeugbauers Embraer und die Airbus A220 in Frage, sagte ein Unternehmenssprecher.

Lufthansa hatte vor einigen Jahren die älteren 737-Jets aus ihrer Flotte genommen und auf der Kurz- und Mittelstrecke eindeutig Airbus bevorzugt. Zum Jahresende 2018 betrieb der Konzern 420 Flugzeuge aus der A320-Familie und keine einzige 737.

Neuer Caterer für Lufthansa in Europa?

Die Lufthansa möchte sich womöglich außerdem vom europäischen Teil des Catering-Geschäfts "LSG Sky Chefs" trennen. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich auf Insiderkreise. Mögliche Käufer seien zu Geboten Anfang April aufgefordert worden. Das Europa-Geschäft sehe sich starkem Wettbewerb ausgesetzt und sei wenig profitabel.

Mit Geboten werde jetzt vom Konkurrenten Do&Co aus Österreich sowie von der Schweizer Gategroup gerechnet. Ein Lufthansa-Sprecher wollte dazu keinen Kommentar abgeben und bekräftigte, der Konzern prüfe, ob er noch der richtige Eigentümer für die LSG sei oder diese unter einem anderen Dach erfolgreicher sein könne.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 27. März 2019 um 09:41 Uhr und 13:06 Uhr.

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