Gehaltsbrechnung mit Münzen und einem Geldschein | dpa

Lohngefälle Frauen und Ostdeutsche holen auf

Stand: 20.07.2022 14:40 Uhr

Westdeutsche und Männer erhalten im Allgemeinen höhere Löhne und Gehälter. Doch der Abstand hat sich zuletzt zum Teil deutlich verringert.

Der Unterschied zwischen den Verdiensten in West- und Ostdeutschland ist kleiner geworden. Nach einer Auswertung der Bundesagentur für Arbeit lagen die Löhne und Gehälter im Osten im vergangenen Jahr um 619 Euro unter denen im Westen. Im Jahr davor betrug der Unterschied noch 650 Euro. Der Abstand ist damit um knapp fünf Prozent geringer geworden. Auch die Differenz zwischen den Verdiensten von Männern und Frauen nahm ab: Männer bekamen im Schnitt 373 Euro mehr als Frauen. 2017 lag der Unterschied noch bei 452 Euro.

Mediangehalt steigt um 2,6 Prozent

Für die Auswertung errechnete die Bundesagentur die Medianentgelte aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten. Das heißt, die eine Hälfte der Beschäftigten erzielt ein Entgelt, das unter diesem Medianentgelt liegt, die andere Hälfte liegt darüber.

Im vergangenen Jahr nahm das Medianentgelt nach Berechnungen der Bundesagentur für Arbeit im Vergleich zum Vorjahr um 89 auf 3516 Euro zu - ein Plus von 2,6 Prozent. Nach einem nur geringen Anstieg 2020 lag das Plus wieder auf einem ähnlichen Niveau wie in den Vorjahren.

Hamburg, Baden-Württemberg und Hessen vorn

In Ostdeutschland stiegen die Löhne und Gehälter im Median mit 3007 Euro erstmals über die Schwelle von 3000 Euro. In Westdeutschland verdienten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 3626 Euro. Am höchsten waren Löhne und Gehälter in Hamburg, Baden-Württemberg und Hessen. Die niedrigsten wurden in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen-Anhalt gezahlt.

Während im Jahr 2020 in einigen Branchen die Verdienste wegen der Pandemie sanken, stiegen diese 2021 wieder in allen Wirtschaftszweigen. Die stärksten Zuwächse gab es in der Informations- und Kommunikationstechnologie, bei den qualifizierten Dienstleistungen und im Gesundheitswesen. Am wenigsten stiegen die Entgelte in der Produktion häuslicher Güter wie Nahrungsmittel oder Bekleidung, der öffentlichen Verwaltung sowie der Metall- und Elektroindustrie.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 13. April 2022 um 09:00 Uhr.