Litauen Vilnius

Grünes Licht von EU und EZB Litauen soll 19. Eurostaat werden

Stand: 04.06.2014 12:37 Uhr

Litauen kann nach Auffassung der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB) zum 1. Januar 2015 den Euro einführen. Das baltische Land mit knapp drei Millionen Einwohnern erfülle die Beitrittskriterien, stellten die EU-Behörde und die EZB in getrennten Berichten fest.

Die durchschnittliche Inflationsrate des Landes lag in den zwölf Monaten bis April mit 0,6 Prozent weit unter dem Referenzwert von 1,7 Prozent. Das Staatsdefizit in Höhe von 2,1 Prozent und der Schuldenstand von 39,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) unterschreiten deutlich die EU-Obergrenzen.

Endgültig entscheiden die Finanzminister

Litauen wäre das 19. Mitglied des Währungsclubs und würde den Beitritt der baltischen Staaten zur Eurozone komplettieren. Zuletzt hatte Lettland im Januar auf den Euro umgestellt. Endgültig entscheiden müssen die EU-Finanzminister, voraussichtlich bei ihrer Sitzung im Juli.

Litauen soll 19. Euro-Land werden
W. Landmesser, WDR Brüssel
04.06.2014 13:26 Uhr

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"Dass Litauen nun die Voraussetzungen für die Einführung des Euro erfüllt, ist das Ergebnis einer langjährigen umsichtigen Haushaltspolitik und wirtschaftlicher Reformen", sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn.

Das Bemühen seines Landes sei zur Kenntnis genommen worden, begrüßte Litauens Regierungschef Algirdas Butkevicius die positive Bewertung. Der Beitritt zum Euro sei ein Schritt in Richtung einer größeren "wirtschaftlichen, finanziellen und politischen nationalen Sicherheit".

Fußgängerzone in Vilnius | Bildquelle: picture-alliance / Bildagentur H
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Eine Fußgängerzone in der Hauptstadt Vilnius: Litauen ist nach Ansicht von EU und EZB reif für die Gemeinschaftswährung.

Zur Euro-Einführung verpflichtet

Abgesehen von Großbritannien und Dänemark sind alle EU-Mitgliedsstaaten vertraglich zur Einführung des Euro verpflichtet, wenn sie die entsprechenden Bedingungen erfüllen. Das betrifft nun noch Bulgarien, Tschechien, Kroatien, Ungarn, Polen, Rumänien und Schweden. Der Kommissionsanalyse zufolge erfüllt aber derzeit keiner dieser sieben Staaten alle Voraussetzungen: "Ihre Situation wird daher in zwei Jahren erneut geprüft."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 04. Juni 2014 um 12:30 Uhr.

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