IWF-Chefin Christine Lagarde

Positive Anzeichen aus Euro-Zone und USA IWF sieht Weltwirtschaft etwas optimistischer

Stand: 18.03.2012 07:44 Uhr

Die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sieht "Anzeichen für eine Stabilisierung" der Weltwirtschaft. Diese stehe nicht mehr direkt am Abgrund und es gebe Grund zu vorsichtigem Optimismus, sagte sie in Peking auf dem "China Entwicklungsforum 2012".

Ende 2011 hatte sie die Aussichten noch als "ziemlich düster" bezeichnet.

Aus der Euro-Zone und den Vereinigten Staaten kommen ihrer Ansicht nach nun Anzeichen für eine Erholung. Europa habe mit den jüngsten Hilfen für Griechenland einen wichtigen Schritt zur Beilegung seiner Krise getan.

Die Konjunkturdaten der USA sähen etwas besser aus und die politischen Maßnahmen nach der globalen Finanzkrise würden wirken, sagte die IWF-Chefin.

Ölpreis und Schulden trüben die Stimmung

"Der Optimismus darf uns aber nicht in trügerischer Sicherheit wiegen", warnte Lagarde. Die hohe Verschuldung in den Industriestaaten und der steigende Ölpreis seien Risiken, die weiterhin bestünden. Als Beispiel nannte sie, dass in der Eurozone 23 Prozent des Bruttoinlandsproduktes zur Bedienung der Schulden im öffentlichen Sektor und für die Banken aufgewandt werden. Hinzu komme die Gefahr eines Wachstumseinbruchs in den Schwellenländern.

Die Industriestaaten müssten daher ihre Finanzsystem stärken und ihre hohe Schuldenlast bewältigen, die Entwicklungsländer wiederum müssten sich besser gegen Finanzschocks von außen wappnen, sagte sie.

Zugleich lobte Lagarde China für seine konjunkturfördernden Maßnahmen, die zur Stabilisierung der Weltwirtschaft beigetragen hätten. Wichtig sei es aber nun, dass China weiterhin die heimische Wirtschaft mit "bescheidenen" Finanzspritzen unterstütze und in der Binnennachfrage einen neuen Antrieb für weiteres Wachstum finde, sagte Lagarde.

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