Antrag auf Kurzarbeit | dpa

Hilfe in der Corona-Krise Kabinett verlängert Kurzarbeitergeld

Stand: 16.09.2020 12:33 Uhr

Es ist das wichtigste Werkzeug der Bundesregierung, um in der Corona-Krise Massenarbeitslosigkeit zu vermeiden: das Kurzarbeitergeld. Das Kabinett hat die Maßnahme heute verlängert.

Von Kai Küstner, ARD-Hauptstadtstudio

Das Bild einer "stabilen Brücke", die über ein "tiefes wirtschaftliches Tal" führe, bemüht Hubertus Heil gerne, wenn er über die Kurzarbeit spricht. Da aber auch der SPD-Arbeitsminister nur schwer vorhersagen kann, wie breit und wie tief dieses Tal Corona-bedingt noch wird, das deutsche Unternehmen zu durchschreiten haben, hat die Bundesregierung an diese Brücke vorsichtshalber angebaut.

Kai Küstner ARD-Hauptstadtstudio

Länger mehr Geld - und Sicherheit für Betriebe

Wenn also von einer Verlängerung der Kurzarbeit die Rede ist, dann bedeutet das konkret einen Dreischritt: Erstens können die Beschäftigten damit das Kurzarbeitergeld länger beziehen als bislang vorgesehen: nämlich 24 statt bisher höchstens zwölf Monate.

Zweitens geht auch die während der Corona-Krise beschlossene Aufstockung in die Verlängerung. Normalerweise gibt es für Kurzarbeiter nur 60 Prozent der Differenz zum letzten Nettolohn, für Eltern mit Kindern 67 Prozent. Diese Bezüge steigen mit zunehmender Dauer in zwei Stufen. Der Höchstsatz von 80 bzw. mit Kindern 87 Prozent wird für all jene fällig, die sich sieben Monate oder länger in Kurzarbeit befinden.

Drittens wird schließlich der erleichterte Zugang für Betriebe zum Kurzarbeitergeld verlängert. Nimmt man alles zusammen, bekämen Unternehmen und Beschäftigte damit Planungssicherheit bis Ende 2021. Man baue ihnen eine Brücke ins Jahr 2022, so drückt es die Bundesregierung aus.

Das Polster der BA schmilzt

Dass das alles Geld - und zwar Steuergeld - kostet, ist klar: Von nochmals rund zehn Milliarden Euro für das kommende Jahr ging man bislang im Finanzministerium aus. Alles hängt davon ab, wie viele Beschäftigte sich in den kommenden Monaten der Ungewissheit tatsächlich in Kurzarbeit befinden.

Die Zahl war nach dem historischen Höchststand von sechs Millionen im April zuletzt wieder zurückgegangen. Doch das über Jahre angesparte und so bequeme Finanzpolster der Bundesagentur für Arbeit von rund 26 Milliarden Euro dürfte bereits Ende dieses Jahres aufgebraucht sein. Dabei schlägt auch die Kurzarbeit heftig zu Buche.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. September 2020 um 14:00 Uhr.