Blick auf die Peene-Werft | Bildquelle: Christoph Prössl

Bundesarbeitsministerium Zahl der Kurzarbeiter stark gestiegen

Stand: 28.08.2019 10:44 Uhr

Im Mai haben 41.000 Menschen Kurzarbeitergeld erhalten - das sind dreimal soviel wie vor einem Jahr. Das teilte das Bundesarbeitsministerium auf eine Anfrage der Grünen mit. Gefordert wird ein Recht auf Weiterbildung.

Die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit ist binnen eines Jahres stark gestiegen: Im Mai 2018 bezogen rund 12.000 Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld, im Mai 2019 waren es mehr als dreimal so viel, nämlich 41.000. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Politikers Wolfgang Strengmann-Kuhn hervor.

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher seiner Fraktion sagte der Nachrichtenagentur AFP dazu, der starke Anstieg sei ein Indikator für die sich abschwächende Konjunktur. Nun gelte es, durch eine kluge Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Reformen für den Arbeitsmarkt nötig

Wichtiger als die kurzfristigen konjunkturellen Probleme seien aber die mittelfristigen strukturellen Herausforderungen, sagte Strengmann-Kuhn: "Der notwendige ökologische Wandel und die Digitalisierung erfordern grundlegendere Reformen am Arbeitsmarkt."

Nötig seien Maßnahmen, die dafür sorgten, dass die Menschen besser für die Herausforderungen des Arbeitsmarktes der Zukunft gewappnet seien. Die kürzlich von Arbeitsminister Hubertus Heil vorgelegten Vorschläge für ein "Arbeit-von-morgen-Gesetz" griffen allerdings viel zu kurz", kritisierte Strengmann-Kuhn.

Arbeitsversicherung und Recht auf Weiterbildung

Er forderte eine sogenannte Arbeitsversicherung und die Einführung eines Rechts auf Weiterbildung für alle, das mit einer angemessenen sozialen Absicherung verknüpft ist. Mit einer Arbeitsversicherung ist also gemeint, dass nicht nur Arbeitslose, sondern alle Beschäftigten von Angeboten profitieren. "Die Menschen sollen sich motiviert fühlen, wenn sie sich auf die neuen Tätigkeiten und Jobs durch Qualifizierung vorbereiten", erläuterte Strengmann-Kuhn. Existenzsorgen dürften die Menschen mit geringen beruflichen Qualifikationen und niedrigen Gehältern nicht länger davon abhalten, neue Chancen zu ergreifen.

Heil hatte Mitte August ein Konzept für das "Arbeit-von-morgen-Gesetz" vorgelegt. Bei einer Weiterbildung soll es demnach die Möglichkeit höherer Zuschüsse an Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowohl zum Entgelt als auch zu den Weiterbildungskosten geben. Der Minister will zudem längere Weiterbildungen unabhängig vom Alter und Beruf ermöglichen. Kurzarbeit soll wenn möglich mit Qualifizierung verbunden werden. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. August 2019 um 10:00 Uhr.

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