Beschäftigte fertigen Pakete am Fließband ab.  | dpa

Ifo-Zahlen So wenig Kurzarbeit wie vor der Pandemie

Stand: 05.08.2021 11:44 Uhr

Kurzarbeit wurde zu einem der Symbole der Corona-Krise. Angesichts der aktuellen Zahlen für diesen Bereich könnte man denken, die Pandemie sei vorbei. Nur in der Industrie steigt die Kurzarbeit wieder - wegen Materialknappheit.

Die Zahl der Kurzarbeiterinnen und Kurzarbeiter ist weiter deutlich gesunken. Sie schrumpfte laut einer Schätzung des Münchner Ifo-Instituts von 1,39 Millionen Menschen im Juni auf 1,06 Millionen Menschen im Juli. Das ist die niedrigste Zahl seit Beginn der Corona-Krise im Februar 2020, wie das Ifo erklärte.

"Vor allem in den Branchen mit Corona-Lockerungen ging die Kurzarbeit erneut kräftig zurück", erklärte Ifo-Umfrageexperte Stefan Sauer. Die Schätzung beruht auf den Unternehmensumfragen des Ifo und auf Daten der Bundesarbeitsagentur. Im Juli waren demnach noch 3,1 Prozent der abhängig Beschäftigten in Kurzarbeit, nach 4,1 Prozent im Juni. Bereits im Juni hatte sich die Lage deutlich gebessert.

Fließband in der Autoindustrie | dpa

In der Autobranche stieg die Zahl der Kurzarbeitenden wieder an - wegen Materialknappheit. Bild: dpa

Autobranche leidet unter Materialknappheit

Im Gastgewerbe sank die Zahl der Menschen in Kurzarbeit laut Ifo merklich von 295.000 auf 183.000. Das entspricht noch 17,2 Prozent der Beschäftigten. Im Einzelhandel verringerte sich die Zahl der Kurzarbeitenden von 92.600 auf 41.700 - also nur noch 1,7 Prozent.

In der Autobranche dagegen stieg die Zahl der Kurzarbeitenden von 14.500 auf 32.100 im Juli wieder an. "In der Industrie sehen wir erste Auswirkungen der Engpässe bei Vorprodukten und Rohmaterialien auf den Umfang der Kurzarbeit", erklärte Ifo-Experte Sauer. Die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit in der Industrie insgesamt stieg demnach von 214.000 auf 249.000 im Juli. Der Anteil betrug damit 3,6 Prozent. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. August 2021 um 10:00 Uhr.