Montage in der Produktion des Roboterbauers Kuka in Augsburg

Billigung des Wirtschaftsministeriums Chinesen dürfen Roboterbauer Kuka übernehmen

Stand: 17.08.2016 06:00 Uhr

Die Übernahme des deutschen Roboterbauers Kuka durch den chinesischen Midea-Konzern ist besiegelt. Das Bundeswirtschaftministerium billige den Deal, sagte ein Ministeriumssprecher dem Bayerischen Rundfunk. Glücklich ist Minister Gabriel damit aber nicht.

Der Weg zur Übernahme des Augsburger Roboterbauers Kuka durch den chinesischen Midea-Konzern ist frei. Das Bundeswirtschaftsministerium erhebe gegen die Übernahme keine rechtlichen Bedenken, berichtete der Bayerische Rundfunk (BR). Eine Prüfung habe ergeben, dass die öffentliche Ordnung und Sicherheit in Deutschland durch die Übernahme nicht gefährdet werde, sagte Ministeriumssprecher Andreas Audretsch dem BR.

Nach Informationen des Senders kann das Ministerium nur dann ein förmliches Verfahren gegen eine Übernahme starten, wenn ein Grundinteresse der Gesellschaft wie etwa Telekommunikation, Strom- oder Wasserversorgung berührt ist. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) wolle nun die Diskussion verstärkt darüber führen, "wie die offenen Volkswirtschaften in Europa eigentlich mit unfairem Wettbewerb umgehen", sagte der Ministeriumssprecher.

Mitarbeiter montiert mit einem Robotor des Herstellers Kuka einen Stoßdämpfer.

Mitarbeiter bei Kuka in Augsburg: Die Chinesen wollen nach eigenen Angaben die Arbeitsplätze erhalten.

Skepsis in Berlin und Brüssel

Kuka ist spezialisiert auf Roboter für die Industrie - insbesondere in der Autoproduktion. Der Hausgerätehersteller Midea hatte sich binnen weniger Wochen mehr als 80 Prozent der Anteile an dem deutschen Unternehmen gesichert - inzwischen sind es mehr als 94 Prozent.

Mit Blick auf die Übernahme hatte es deswegen in Berlin und Brüssel große Bedenken gegeben: Technisches Know-How einer innovativen Firma würde verloren gehen, ausgerechnet an die Chinesen, so die Kritik. Außerdem könnten wichtige Zukunftstechnologien von Europa nach Asien abwandern und sensible Kundendaten in fremde Hände geraten. Es fand sich jedoch kein deutscher oder europäischer Investor, der willig gewesen wäre, in eine Übernahmeschlacht einzusteigen.

Midea sicherte zu, die 12.600 Arbeitsplätze bei Kuka bis zum Jahr 2023 zu erhalten.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. August 2016 um 09:00 Uhr.