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KfW-Kredite in Corona-Krise Mehr als zehn Milliarden beantragt

Stand: 02.04.2020 13:40 Uhr

Viele Unternehmen sind durch die Coronakrise in ihrer Existenz bedroht. Ein Sonderprogramm der KfW soll diese Firmen retten. Die Nachfrage nach den Hilfskrediten ist enorm - und die KfW rechnet mit steigenden Zahlen.

Das Sonderprogramm der staatlichen Förderbank KfW zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise stößt bei Unternehmen auf großes Interesse. Laut dem Vorstandvorsitzendem Günther Bräunig wurden bereits rund 2500 Anträge im Volumen von 10,6 Milliarden Euro gestellt. "Wir rechnen mit weiter stark steigenden Zahlen", sagte er. Für den kommenden Montag werde ein weiterer "großer Ansturm" erwartet, weil dann die IT-Umsetzung soweit sei, dass Antrag und Abruf von Geld sofort möglich seien.

KfW-Vorständin Ingrid Hengster sagte, weil schon jetzt Anträge über rund zehn Milliarden vorlägen, werde das Gesamtvolumen sicherlich um die 50 Milliarden Euro erreichen. "Die 100 Milliarden stehen im Raum", sagte Hengster. Bräunig wandte ein, im Moment sehe er nicht, dass diese Summe erreicht werden würde, aber es sei auch nicht auszuschließen. Aktuell erwartet die KfW, dass die Antragszahlen erst im Mai wieder abflauen.

Höhere Kreditchancen für Unternehmen

Das Sonderprogramm war am Montag vergangener Woche angelaufen. Kredite bekommen Firmen, die wegen der Corona-Krise vorübergehend in Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind. Konkret heißt dies, dass alle Unternehmen, die zum 31. Dezember nicht in Schwierigkeiten waren, ein Darlehen beantragen können - von kleinen und mittelständischen Unternehmen bis hin zu Großunternehmen.

Bei Krediten bis in Höhe von drei Millionen Euro überprüft die KfW das Ausfallrisiko nicht selbst, sondern vertraut auf die Bewertung der Hausbanken. Zwischen drei und zehn Millionen Euro gibt es ein vereinfachtes Verfahren. Erst ab Kreditsummen von mehr als zehn Millionen Euro greift der normale Risikoprozess der KfW. Die weit überwiegende Zahl der bisherigen Anträge - ersten Schätzungen zufolge rund neun von zehn Anträgen - belief sich auf Kreditsummen bis drei Millionen Euro.

Die KfW übernimmt dabei einen großen Teil des Risikos der Hausbanken. Damit erhöht sich die Chance auf eine Kreditzusage für die Unternehmen deutlich. Für große Firmen werden 80 Prozent des Risikos übernommen, bei kleinen und mittleren sind es 90 Prozent.

Auszahlung der Hilfen beginnt

Auch die Auszahlung der Soforthilfen kommt langsam in Gang. Bewilligt wurden bis Dienstagabend mehr als 374.000 Anträge in elf Bundesländern, wie eine Länderumfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. Rund 1,3 Milliarden Euro flossen demnach bereits an Unternehmen in Existenznot.

KfW-Chef Bräunig zufolge ist absehbar, dass eine schwere Rezession wegen der Corona-Krise zumindest im zweiten Quartal nicht zu vermeiden ist. Deshalb komme es nun darauf an, mit dem Sonderprogramm schnell Erfolge zu erzielen. Auch eine Erhöhung der Staatsgarantie für KfW-Kredite kann Bräunig sich grundsätzlich vorstellen, warnt aber auch vor den damit verbundenen Risiken. Auch bei einer hundertprozentigen Haftungsübernahme des Staates könne man auf einer Kreditprüfung durch die Hausbanken bestehen, sagte er. Dennoch würde das Ausfallrisiko für den Staat steigen.

Milliardenhilfen für Selbstständige

Auch die Zahl der Anträge auf die von der Bundesregierung beschlossenen Milliardenhilfen für Selbstständige und Freiberufler stieg weiter enorm an. Bislang gingen bei den zuständigen Stellen mindestens 1,1 Millionen Anträge auf Soforthilfe ein, wie eine Umfrage der "Bild"-Zeitung unter den Bundesländern ergab. 1,8 Milliarden Euro wurden demnach bereits zur Zahlung angewiesen.

Aus dem 50-Milliarden-Euro-Programm des Bundes können Kleinunternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten einmalig 9000 Euro erhalten, Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten 15.000 Euro.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 02. April 2020 um 12:30 Uhr.

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