Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung | picture alliance / Sina Schuldt/

Wegen Corona und Grippe Krankmeldungen seit September verdoppelt

Stand: 25.10.2022 14:54 Uhr

Im Vergleich zu Anfang September hat sich der Krankenstand Anfang Oktober mehr als verdoppelt. Das geht aus Zahlen der Barmer-Krankenkasse hervor. Der Grund: Atemwegserkrankungen.

Nach Angaben der Barmer-Krankenkasse haben sich die Krankschreibungen wegen Atemwegserkrankungen wie Corona und Grippe seit Anfang September mehr als verdoppelt. Während Anfang September auf 10.000 Beschäftigte rund 200 Krankschreibungen kamen, lag der Wert in der Kalenderwoche 40, also vom 2. bis 8. Oktober, bei 410.

Seit Anfang September ließen sich immer mehr Versicherte wegen Corona, Grippe, Erkältungen und weiterer Atemwegserkrankungen krankschreiben. Bei gut einem Drittel der Versicherten war laut der Auswertung Corona der Grund.

In der ersten Oktober-Woche zählte die Barmer 130 Fälle je 10.000 Beschäftigte - bis zur 39. Kalenderwoche hatte die Fallzahl noch bei unter 100 je 10.000 gelegen. Für die Analyse wurden den Angaben zufolge Daten von 3,8 Millionen Erwerbstätigen ausgewertet, die bei der Kasse versichert sind.

Hohe Krankschreibungsrate in Thüringen

Dabei kommt es bei der Rate der Atemwegskrankschreibungen laut der Analyse zu großen regionalen Unterschieden. So war in der 40. Kalenderwoche Thüringen mit 493 je 10.000 Krankengeld-Anspruchsberechtigten am stärksten betroffen.

Dahinter folgten Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt mit jeweils 479 je 10.000 Krankengeld-Anspruchsberechtigten, die wegen Atemwegserkrankungen arbeitsunfähig waren.

Den niedrigsten Wert konnte die Hansestadt Hamburg für sich beanspruchen mit 326 je 10.000. In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen gab es mit 368 beziehungsweise 361 je 10.000 ebenfalls vergleichsweise geringe Ausfallzahlen in dem Zeitraum.

Krankschreibungen von Juli bis September

Laut den Zahlen der DAK-Krankenkasse war aber bereits der Krankenstand im dritten Quartal von Juli bis September "ungewöhnlich" hoch für die Jahreszeit. Der Krankenstand lag 1,2 Prozentpunkte über dem Vorjahresquartal. Die DAK-Analyse umfasst dabei jedoch nicht nur Atemwegserkrankungen. In dem Zeitraum fehlten die 2,2 Millionen erwerbstätigen DAK-Versicherten im Schnitt an 4,3 Tagen mit einer Krankschreibung. Verantwortlich dafür waren vor allem Muskel-Skelett-Probleme wie Rückenschmerzen, psychische Erkrankungen und Atemwegserkrankungen. Sie standen zusammen für knapp die Hälfte aller Fehltage.

Ungewöhnlich hoch für den Zeitraum Juli bis September war laut DAK aber auch das Niveau der Atemwegserkrankungen. "Auf Husten, Schnupfen und Bronchitis kamen 34 Prozent mehr Fehltage als im zweiten Quartal", hieß es.

Junge Beschäftigte mit meisten Krankschreibungen

Knapp ein Viertel aller DAK-Versicherten hatten im dritten Quartal wenigstens eine Krankschreibung. Bei den Erwerbstätigen bis 19 Jahren lag die Rate der Krankmeldungen jedoch bei beinahe einem Drittel. Lediglich weibliche Erwerbstätige zwischen 20 und 24 Jahren waren noch häufiger erkrankt mit 35,6 Prozent.

Auch die DAK macht bei den Krankschreibungen regionale Unterschiede aus. So war der Krankenstand in den östlichen Bundesländern der Analyse zufolge höher als im Westen. Von 100 Beschäftigten im Osten waren rechnerisch an jedem Tag 5,5 krankgeschrieben, im Westen 4,6.