Am Containerterminal Burchardkai im Hamburger Hafen stehen gestapelte Container. | Bildquelle: dpa

Herbstprognose der Regierung Das Wachstum wird ausgebremst

Stand: 11.10.2018 12:53 Uhr

Die Weltwirtschaft schwächelt, Länder überziehen sich gegenseitig mit Zöllen: Nicht gut für die deutsche Exportwirtschaft. Die Bundesregierung schraubt deshalb die Wachstumsprognose deutlich nach unten.

Die Bundesregierung rechnet in diesem und im kommenden Jahr mit einem deutlich schwächeren Wirtschaftswachstum in Deutschland. Das Wirtschaftsministerium erwartet für 2018 und 2019 einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von jeweils 1,8 Prozent. Das geht aus den sogenannten Herbstprojektionen hervor.

In ihrer Frühjahrsprognose war die Regierung noch von einem Wachstum von 2,3 Prozent in diesem und 2,1 Prozent im nächsten Jahr ausgegangen.

Lahmende Weltkonjunktur

Ein Hauptgrund ist demnach die schwächere Weltwirtschaft. Sie dürfte leicht an Schwung verlieren, hieß es aus dem Ministerium. Es erwartet deshalb für deutsche Exporte nur "moderate Zuwächse". Als Grund für die schwächere Prognose wird auch der neue Testzyklus für PKW (WLTP) genannt. Er habe zu Verzögerungen im Zulassungsverfahren geführt, was Produktion und Export beeinflusse.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier kritisierte erneut die internationalen Handelskonflikte und zunehmende protektionistische Tendenzen. "Sie schaden allen Beteiligten." Er hofft nach eigenen Worten, dass der Zollstreit zwischen den USA und der EU zügig beigelegt wird: "Wir müssen Zölle und Handelsbeschränkungen abbauen. Davon profitieren beide Seiten."

Lichtblick Binnenkonjunktur

Gleichzeitig lobt Altmaier die deutsche Wirtschaft: Sie befinde sich weiter im Aufschwung und werde nächstes Jahr bereits ins zehnte Jahr des Aufschwungs gehen. Als Stütze sieht er die Binnenkonjunktur, unter anderem die hohen Investitionen der deutschen Unternehmen.

Die Herbstprojektionen der Bundesregierung bilden die Grundlage für die Schätzung des Steueraufkommens. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen orientieren sich bei ihren Haushalten an diesen Eckwerten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Oktober 2018 um 14:00 Uhr.

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