3 Prozent Inflation

Wegen hoher Energiepreise Bundesbank warnt vor starkem Anstieg der Inflation

Stand: 09.04.2011 17:23 Uhr

Die Verbraucher in Deutschland müssen sich wegen steigender Energie- und Rohstoffpreise in diesem Jahr darauf einstellen, dass die Inflation stark zunimmt. "Ich rechne zum Jahresende und insbesondere in der zweiten Jahreshälfte mit Preissteigerungsraten in Deutschland, die nur knapp unter drei Prozent liegen können", erklärte Bundesbankpräsident Axel Weber im ungarischen Gödöllö nach Beratungen der EU-Finanzminister.

Bundesbank-Präsident Axel Weber
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Bundesbank-Präsident Axel Weber

Damit werde Deutschland "sogar noch etwas schlechter" dastehen als der Durchschnitt des gesamten Euroraums, für den Weber im Jahresdurchschnitt mit einer Teuerungsrate deutlich über der EZB-Warnschwelle von zwei Prozent rechnet. "Ich würde sogar so weit gehen, dass sich das Richtung 2,5 Prozent im Durchschnitt des Jahres bewegen könnte."

Medien: Brüderle korrigiert Wachstumsprognose nach oben

Auf der anderen Seite setzt sich der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland offenbar fort. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle will nach Informationen von "Spiegel" und "Focus" die Wachstumsprognose im laufenden Jahr auf mindestens 2,5 Prozent anheben. Bislang gingen die Konjunkturexperten in Berlin von 2,3 Prozent aus. Für das kommende Jahr rechneten sie mit 2,0 Prozent Wachstum. Das Wirtschaftsministerium wollte die Zahlen nicht bestätigen und verwies auf die laufenden Arbeiten sowie die Vorstellung der Prognose durch Brüderle am kommenden Donnerstag.

Laut "Spiegel" erwartet auch der Internationale Währungsfonds (IWF) ein kräftiges Plus in Deutschland: 2011 werde die Wirtschaftsleistung um 2,5 Prozent zulegen, 2012 um 2,2 Prozent.

Auch nach Einschätzung der führenden Forschungsinstitute bleibt die deutsche Wirtschaft trotz der Katastrophen und Krisen in der Welt auf kräftigem Wachstumskurs. Die Experten rechnen nach dem am Donnerstag vorgestellten Frühjahrsgutachten für dieses Jahr mit einer Zunahme der Wirtschaftsleistung um 2,8 Prozent - ein deutlich stärkeres Plus als noch im Herbst erwartet. Damals hatten die Institute ein Wachstum von 2,0 Prozent prognostiziert.

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