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Arbeitsmarkt Wieder mehr Erwerbstätige

Stand: 17.02.2022 11:29 Uhr

In Deutschland wächst nach dem pandemiebedingten Einbruch die Zahl der Erwerbstätigen. Das Vorkrisenniveau ist schon fast wieder erreicht.

Die Zahl der Erwerbstätigen ist im vierten Quartal 2021 weiter gewachsen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hatten 45,4 Millionen Menschen ihren Arbeitsort in Deutschland. Das waren saisonbereinigt 157.000 mehr als im Vorquartal - aber auch 0,4 Prozent weniger als Ende 2019, dem letzten Quartal vor Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

Damit ist die Zahl der Erwerbstätigen wieder fast auf ihrem Vorkrisenniveau angelangt. Die deutsche Wirtschaft war 2020 durch pandemiebedingte Einschränkungen um 4,6 Prozent eingebrochen. Im vergangenen Jahr erholte sich die Konjunktur und wuchs wieder um 2,8 Prozent.

Zum Anstieg der Erwerbstätigkeit trug maßgeblich die positive Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten bei. Insgesamt stieg die Zahl der Arbeitnehmer im vierten Quartal um 1,2 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 41,5 Millionen Personen. Negativ entwickelte sich die Zahl der Selbstständigen: Im vierten Quartal 2021 waren noch 3,9 Millionen Menschen selbstständig, ein Minus von 1,7 Prozent.

Sinkende Zahlen im produzierenden Gewerbe

Vor allem die Dienstleistungsbereiche trugen dazu bei, die negativen Job-Folgen der Krise aufzuholen. Seit dem Schlussquartal 2020 ist die Zahl der Arbeitnehmer und Selbstständigen um 434.000 gestiegen. Das Vorkrisenniveau ist aber auch dort noch nicht wieder erreicht. Die größten Beschäftigungsgewinne verzeichneten Öffentliche Dienstleister in den Bereichen Erziehung und Gesundheit, gefolgt von den Unternehmensdienstleistern. Hierzu gehört auch die Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften. Zuwächse gab es auch im Baugewerbe.

Im von Materialengpässen geplagten Produzierenden Gewerbe ist die Erwerbstätigenzahl dagegen um 17.000 oder 0,2 Prozent gesunken. Denn trotz prall gefüllter Auftragsbücher können die meisten Firmen ihre Produktion nicht an die Nachfrage anpassen und müssen sie teilweise sogar reduzieren. Auch in der Land- und Forstwirtschaft und in der Fischerei sank die Zahl der Erwerbstätigen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Januar 2022 um 12:00 Uhr in den Nachrichten.