Eine Kundin nimmt in einem Supermarkt Waren vom Band an der Kasse. | dpa

ifo-Umfrage Weniger Firmen planen Preiserhöhungen

Stand: 10.01.2023 15:03 Uhr

Die Zahl der Unternehmen mit Plänen für Preiserhöhungen ist gesunken. Insbesondere im Baugewerbe zeichnet sich bei der Teuerung eine leichte Entspannung ab. Lebensmittel werden dagegen weiter teurer werden.

Nach Monaten der starken Teuerung gibt es Anzeichen für eine leichte Entspannung bei der Inflation. So wenige Unternehmen wie seit über einem Jahr nicht mehr wollen in den kommenden Monaten ihre Preise erhöhen. Das entsprechende Barometer für die Preiserwartungen fiel im Dezember für die Gesamtwirtschaft von zuvor 46,2 im November auf 40,3 Punkte, wie das Münchner ifo-Institut zu seiner Umfrage unter Tausenden Firmen mitteilte.

Es ist der dritte Rückgang in Folge - und der niedrigste Stand seit Oktober 2021. "Damit dürfte sich der Anstieg der Erzeuger- und Verbraucherpreise in den kommenden Monaten allmählich verlangsamen", sagt der Leiter der ifo-Konjunkturprognosen, Timo Wollmershäuser. "Allerdings werden die Inflationsraten weiterhin hoch bleiben."

Nur sehr wenige Firmen wollen Preise senken

Die ifo-Experten erwarten in diesem Jahr eine durchschnittliche Inflationsrate von 6,4 Prozent. Im vergangenen Jahr war sie mit 7,9 Prozent so hoch ausgefallen wie noch nie seit Bestehen der Bundesrepublik. Der Prognose zufolge wird sie 2024 dann auf 2,8 Prozent sinken. Laut Wollmershäuser wollen derzeit rund 45 Prozent der befragten Firmen ihre Preise erhöhen, während nur fünf Prozent eine Senkung planten. Die restliche Hälfte sieht keine Veränderung vor.

Im verarbeitenden Gewerbe und im Bauhauptgewerbe gehen die Preiserwartungen am stärksten zurück: Hier fiel das Barometer von 53,5 auf 42,0 Punkte und von 38,4 auf 28,3. Die Punkte geben an, wie viel Prozent der Unternehmen per saldo ihre Preise erhöhen wollen. Aber auch im Handel und bei den Dienstleistern planen die Betriebe seltener, mehr Geld von ihren Kunden zu verlangen.

Mehr Gastronomen planen Preiserhöhungen

"Die kräftigsten Preisanhebungen werden im Lebensmittel-Einzelhandel geplant", hieß es. Allerdings sind es weniger als im November, als nahezu jedes Unternehmen der Branche dies vorhatte. Dort sanken die Erwartungen auf 83,7 nach zuvor 94,7 Punkten. Auch bei den Drogerien und im Spielwarenhandel planten im Dezember weiterhin viele Unternehmen Erhöhungen, jedoch jeweils bedeutend weniger als im Vormonat.

Aber es gibt auch Branchen, bei denen das Barometer in die andere Richtung ausschlägt. In der Gastronomie planen mehr Unternehmen Preiserhöhungen. Das gilt auch für den Einzelhandel mit Bekleidung, Heimtextilien und Teppichen. Ein einziger Wirtschaftszweig plant der Umfrage zufolge unter dem Strich Preissenkungen, nämlich die Papierindustrie.