Ein leeres Restaurant in Köln | AP

Corona-Folgen für Betriebe Jede siebte Firma bangt ums Überleben

Stand: 10.01.2022 10:06 Uhr

Viele Unternehmen in Deutschland fühlen sich durch die Pandemie weiterhin in ihrer Existenz bedroht. Einer ifo-Umfrage zufolge sind die Sorgen bei Reiseveranstaltern und im Gastgewerbe besonders groß.

Etwa jedes siebte Unternehmen fühlt sich durch die Folgen der Corona-Pandemie in seiner Existenz bedroht. Das geht aus einer heute veröffentlichten Umfrage des ifo-Instituts vom Dezember hervor. Mit 14 Prozent blieb der Anteil im Vergleich zur letzten Erhebung im Juni 2021 unverändert.

"Immer noch besonders gefährdet fühlen sich die Reisebüros und -veranstalter mit 73,2 Prozent sowie Unternehmen aus der Veranstaltungswirtschaft mit 67,4 Prozent", sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen. Auch im Gastgewerbe bleibt die Situation demnach weiterhin angespannt. Dort sehen mehr als die Hälfte der Betriebe ihre Existenz bedroht: Restaurants und Gaststätten gaben dies zu 52,5 Prozent an. Bei Beherbergungsbetrieben stieg der Anteil auf 58,8 Prozent, nach 52,1 Prozent im Juni 2021.

Käufer sind zurückhaltend

Im Einzelhandel sprachen am Jahresende 17,1 Prozent der Unternehmen von einer existenzbedrohenden Situation, was einer leichten Steigerung gegenüber den Juni-Zahlen entspricht. "Das sind auch die Folgen der Zurückhaltung der Verbraucher", sagte Wohlrabe.

Am wenigsten betroffen sehen sich Unternehmen im Baugewerbe und im verarbeitenden Gewerbe. Hier sehen lediglich 5,7 Prozent ihren Fortbestand gefährdet. Einzige Ausnahme ist die Bekleidungsindustrie. Hier fühlt sich gut ein Fünftel (21,3 Prozent) aller Unternehmen in der Existenz bedroht. Ähnlich hoch ist der Prozentsatz bei Druckereien.

Zahl der Insolvenzen rückläufig

Die befürchtete Pleitewelle in Deutschland ist bislang aber ausgeblieben. Der Wirtschaftsauskunftei Creditreform zufolge sank im vergangenen Jahr die Zahl der Unternehmensinsolvenzen sogar um 10,8 Prozent auf 14.300 Fälle. "Bei den Unternehmenspleiten haben wir den niedrigsten Wert seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999 gemessen und zählen nur noch halb so viele Insolvenzen wie 2012", sagte Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform-Wirtschaftsforschung.

Dass trotz der Einschränkungen in vielen Branchen und einer schwachen Konjunktur eine Insolvenzwelle ausblieb, führt Creditreform auf die umfassenden staatlichen Hilfen zurück. "Die Kehrseite der Medaille ist aber die wachsende Zahl an potentiellen Zombieunternehmen, deren Entstehen durch die weiter fortgeführte Subventionspolitik gefördert wird", so Hantzsch.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 in den Börsenmeldungen am 10. Januar 2022 um 11:00 Uhr.