Hochgestellte Stühle vor einem geschlossenem Restaurant | dpa

Folgen der Corona-Krise Gastgewerbe leidet unter Pandemie

Stand: 21.02.2022 13:48 Uhr

Die Umsätze im Gastgewerbe sind auch im zweiten Corona-Jahr in Folge extrem niedrig ausgefallen. Besonders die verschärften Corona-Regeln zum Jahresende ließen die Einnahmen erneut sinken.

Deutschlands Gastwirte und Hoteliers konnten sich 2021 nicht vom Umsatzeinbruch des ersten Corona-Jahres erholen. Nominal hatten die Betriebe gerade einmal 0,1 Prozent mehr Geld in der Kasse als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte. Real, also zu gleichbleibenden Preisen, sank der Umsatz im Gastgewerbe im Vergleich zum Jahr 2020 sogar noch einmal um 2,2 Prozent. Damit liegt der Umsatz immer noch weit unter dem Niveau vor der Corona-Krise.

"Die von den coronabedingten Einschränkungen geprägten Jahre 2020 und 2021 waren damit die umsatzschwächsten im Gastgewerbe seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1994", erklärte die Behörde. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 setzte die Branche 2021 inflationsbereinigt 40,3 Prozent weniger um. Nominal waren es 36,4 Prozent weniger.

Weihnachtsgeschäft fiel erneut aus

Zum Jahresende 2021 blieb der sonst üblicherweise hohe Umsatz im Gastgewerbe erneut aus. Von November auf Dezember sanken die Erlöse kalender- und saisonbereinigt real um 21,1 Prozent und nominal um 20,4 Prozent. Denn im Dezember waren vielerorts die Zugangsbeschränkungen in der Gastronomie und Beherbergung verschärft worden. Zudem blieben viele Gäste wegen stark steigender Inzidenzen und der Sorge vor einer Corona-Infektion lieber zu Hause. Auch die Zahl der Urlauber lag deutlich unter dem Vorkrisenniveau.

Dennoch war der Gastgewerbeumsatz im Dezember 2021 real fast doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor, als ein Lockdown das Geschäft kurz vor Weihnachten jäh ausgebremst hatte. Allerdings lag er immer noch fast 42 Prozent unter dem Niveau des Februars 2020, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland.

60 Prozent der Betriebe bangen um ihre Existenz

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA hatte jüngst erklärt, dass einer Umfrage zufolge fast 60 Prozent der Betriebe um ihre Existenz bangen. Restaurants und Hotels hätten von März 2020 bis November 2021 real 74,1 Milliarden Euro Umsatz verloren. Deshalb müsse der Staat betroffene Firmen weiter stützen.

In einer ersten Schätzung waren die Statistiker noch von einer günstigeren Entwicklung ausgegangen. Mitte Januar hatte das Bundesamt für das Gesamtjahr 2021 real eine Stagnation der Umsätze im Gastgewerbe vorhergesagt und nominal ein Plus von zwei Prozent zum Vorjahr errechnet.

Über dieses Thema berichtete BR24 Wirtschaft am 14. Februar 2022 um 13:45 Uhr.