Eine Frau putzt sich die Nase | dpa

Studie der TK Jeder Zweite geht krank zur Arbeit

Stand: 10.11.2021 14:03 Uhr

Sich mit Schnupfen zur Arbeit zu schleppen, ist nicht erst seit Corona eine schlechte Idee. Und doch zeigt eine langfristig erhobene Studie, dass jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland regelmäßig krank zur Arbeit geht.

Mehr als die Hälfte der Deutschen schleppt sich zur Arbeit, auch wenn es ihnen gesundheitlich nicht gut geht. Das ist das Ergebnis einer heute veröffentlichten Studie der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach gaben 51 Prozent der Befragten an, manchmal, häufig oder sehr häufig krank zur Arbeit zu gehen.

Vor allem Frauen seien verstärkt von dem Phänomen betroffen, das sich Präsentismus nennt: Den Ergebnissen der Studie zufolge neigen sie deutlich häufiger als ihre männliche Kollegen dazu, krank zur Arbeit zu gehen. Gleiches gilt für Personen, die besonders viele Überstunden machen.

Unternehmen brauchen ein gutes Gesundheitsmanagement

TK-Chef Jens Baas wies darauf hin, dass die Beschäftigten ihren Arbeitgebern damit allerdings keinen Gefallen täten: "Wenn Mitarbeitende trotz Krankheit arbeiten, kann das nicht nur für sie selbst negative Folgen haben, sondern auch für das Unternehmen." Sie steckten etwa Kolleginnen und Kollegen an oder machten mehr Fehler.

Er appellierte bei der Veröffentlichung der Studie daher an die Unternehmen, nicht nur auf Fehlzeiten zu schauen. Vielmehr müsse ein funktionierendes Gesundheitsmanagement eines Unternehmens auch Präsentismus im Blick haben. Immerhin zeige das Ergebnis deutlich die Belastungssituation vieler Arbeitnehmer, die sich verpflichtet fühlten, auch krank auf der Arbeit zu erscheinen.

Über vier Jahre wurden Arbeitnehmer befragt

Die TK-Studie wurde vom Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung aus Konstanz durchgeführt. Dafür wurden in den vergangenen vier Jahren mehr als 11.000 Beschäftigte befragt, der Großteil war in Unternehmen tätig. Der Einfluss der Corona-Pandemie wurde nicht berücksichtigt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 15. September 2021 um 03:22 Uhr.