mehrere Euroscheine | dpa

Bund und Länder Steuereinnahmen sprudeln wieder

Stand: 21.10.2021 09:45 Uhr

Nach den Corona bedingten Rückgängen im vergangenen Jahr schnellen die Steuereinnahmen nun wieder in die Höhe. Im September betrug das Plus 23 Prozent. Vor allem die Steuereinnahmen der Länder nehmen zu.

Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern haben sich im September weiter erholt. Wie aus dem aktuellen Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervorgeht, kletterten die Einnahmen um 23,1 Prozent auf 78,2 Milliarden Euro. Im August hatte das Plus gut acht Prozent betragen.

Der Zuwachs ist überwiegend auf das Plus bei den sogenannten Gemeinschaftsteuern (plus 28,6 Prozent) zurückzuführen. Dazu gehören die Einkommensteuer, die Körperschaftsteuer sowie die Umsatzsteuer. Die hohen Zuwächse bei der Lohnsteuer und bei den Steuern vom Umsatz erklären sich vor allem durch die sehr schwachen Vergleichszahlen aus dem Vorjahresmonat.

Starker Zuwachs der Vorauszahlungen

Beim Lohnsteueraufkommen schlug im Jahresvergleich die Auszahlung des Kinderbonus zu Buche. Zudem war im vergangenen Jahr die Umsatzsteuer durch die temporäre Steuersatzsenkung eingebrochen. Entsprechend kräftig fällt das Wachstum im September dieses Jahres aus. Das Aufkommen der Körperschaftsteuer entwickelte sich im Berichtsmonat September 2021 ebenfalls sehr gut. Hier waren besonders bei den Vorauszahlungen erhebliche Zuwächse zu verzeichnen - ein Indiz für die anziehende Konjunktur und eine deutlich verbesserte Geschäftsentwicklung der Unternehmen.

Bei den Bundessteuern ergab sich im September allerdings ein Rückgang um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Einnahmen aus den Ländersteuern wiesen hingegen einen Anstieg um 7,2 Prozent auf.

Anstieg auch in den ersten neun Monaten

Insgesamt stiegen die Einnahmen von Bund und Ländern in den ersten neun Monaten auf gut 541 Milliarden Euro - das sind 9,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei erhöhten sich die Einnahmen aus den Gemeinschaftsteuern um 12,1 Prozent. Während das Aufkommen der Bundessteuern um 7,5 Prozent zurück ging, legten die Einnahmen aus den Ländersteuern um zwölf Prozent zu.

Zur deutschen Konjunktur hieß es im Monatsbericht, die Erwartungen von Experten für dieses Jahr seien zuletzt zwar nach unten korrigiert worden. "Gut gefüllte Auftragsbücher lassen aber für das nächste Jahr kräftige konjunkturelle (Nachhol-)Impulse aus der Industrie und damit eine entsprechend stärkere gesamtwirtschaftliche Dynamik erwarten." Bei der zuletzt deutlich angezogenen Teuerung sei im nächsten Jahr mit einer Rückkehr zu "deutlich moderateren Inflationsraten" zu rechnen. Im September waren die Preise in Deutschland um 4,1 Prozent angezogen, die Quote lag damit erstmals seit 1993 oberhalb von vier Prozent.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Oktober 2021 um 09:00 Uhr.