Erzieher und Erzieherinnen demonstrieren in München mit Plakaten und Flaggen. | dpa

Kaufkraft nimmt ab Reallöhne zum Jahresbeginn gesunken

Stand: 30.05.2022 11:17 Uhr

Auch ein deutliches Plus bei den Tariflöhnen in den vergangenen Monaten ändert nichts daran, dass Beschäftige Einbußen hinnehmen müssen. Denn die Preise in Deutschland sind erneut stärker gestiegen.

Die hohe Inflation hat die Zuwächse auf dem Gehaltszettel auch im ersten Quartal mehr als aufgezehrt. Die Löhne einschließlich Sonderzahlungen legten in den ersten drei Monaten zwar um 4,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Allerdings stiegen die Verbraucherpreise im ersten Quartal um 5,8 Prozent.

Unter dem Strich gingen die Löhne daher preisbereinigt (real) um 1,8 Prozent zurück, wie die Statistiker berichteten.

Tariflöhne steigen mit allgemeinem Lohnniveau

Die tariflich vereinbarten Löhne stiegen im ersten Quartal ebenfalls um durchschnittlich 4,0 Prozent. Darin berücksichtigt sind tarifliche Grundvergütungen und durch Tarifabschlüsse festgelegte Sonderzahlungen. Deutlich überdurchschnittlich fielen die Lohnsteigerungen bei Beschäftigten in Erziehung und Unterricht (plus 5,0 Prozent), in der Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei (plus 4,9 Prozent) und in der Öffentlichen Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung (plus 4,6 Prozent) aus. Hier machten sich vor allem die Corona-Prämien für die Tarifbeschäftigten im Öffentlichen Dienst der Länder und Kommunen bemerkbar.

Unterdurchschnittlich wuchsen die Tarifverdienste insbesondere in der Energieversorgung (plus 0,7 Prozent), bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (plus 1,3 Prozent) sowie bei der Wasserversorgung und Entsorgung (1,9 Prozent).

Seit über zwei Jahren reale Einbußen

Schon in den beiden vergangenen Jahren hatte die hohe Inflation den Anstieg der Löhne komplett aufgefressen. Zuvor war es über viele Jahre zu deutlichen Zuwächsen gekommen.

Im ersten Corona-Krisenjahr 2020 hatte vor allem der vermehrte Einsatz von Kurzarbeit auf die Lohnentwicklung gedrückt - die Reallöhne sanken um 1,1 Prozent. 2021 sanken die Reallöhne wegen steigender Verbraucherpreise leicht um 0,1 Prozent.