Schiffe liegen am Container-Terminal Bremerhaven. | dpa

Prognose für Industriestaaten OECD sieht abgebremstes Wachstum

Stand: 17.01.2022 16:58 Uhr

Der Konjunktur-Boom nach dem Corona-Einbruch könnte sich deutlich abschwächen, warnt die Industrieländervereinigung OECD - nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen westlichen Staaten.

Der Aufschwung in diesem Jahr wird nach Einschätzung der OECD in mehreren Industriestaaten wahrscheinlich weniger kräftig ausfallen als erhofft. Wie die Industrieländervereinigung mitteilte, weist der gesamtwirtschaftliche Leitindex bereits jetzt auf eine abgeflaute Wachstumsdynamik hin. Davon betroffen seien vor allem Kanada, Deutschland, Italien und das Vereinigte Königreich. In Deutschland war das Wachstum seit Februar vergangenen Jahres leicht über den Langzeittrend gestiegen, ab August schwächte es sich aber wieder ab. Mit einem Plus von 2,7 Prozent ist die Wirtschaftsleistung Deutschland im vergangenen Jahr deutlich langsamer gewachsen als die der meisten anderen Staaten der Eurozone.

In Japan und dem Euroraum insgesamt signalisiere der Index ein stabiles Wachstum, obwohl der Höhepunkt der Indikatoren ebenfalls überschritten sei, so die OECD. Auch in den USA deute sich ein anhaltend stabiles Wachstum an. In Frankreich scheint sich das derzeitige Wachstumstempo nach der Pandemie ebenfalls ungebremst fortzusetzen.

Omikron könnte Schwankungen auslösen

Unter den großen Schwellenländern steigen die Indikatoren der OECD für Russland weiter an, obwohl sich erste Anzeichen für ein nachlassendes Wachstum abzeichnen. China ist laut der Analyse hinter den Langzeittrend zurückgefallen, für Indien wird stabiles Wachstum erwartet, während die Indikatoren für Brasilien eine klare Verlangsamung des Wachstums erwarten lassen. Angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie und den Auswirkungen der Omikron-Variante müssten die Indikatoren mit größerer Vorsicht als üblich gedeutet werden, hieß es. Umfang und Stärke der Schwankungen sollten nicht als genaues Maß für das erwartete Wachstum der Wirtschaftstätigkeit angesehen werden.

Ökonomen verweisen darauf, dass der Hauptgrund für das im europäischen Vergleich unterdurchschnittliche Wachstum Deutschlands die sogenannten Basiseffekte seien, wonach das Bruttoinlandsprodukt (BIP) hierzulande im Jahr 2020 infolge der Pandemie weniger stark zurückgegangen war (minus 4,8 Prozent) als in vielen Nachbarländern und der Anstieg in den Folgejahren deshalb geringer ausfällt.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 17. Januar 2022 um 07:38 Uhr.