Neuwagen stehen auf einem Gelände | dpa

Neuzulassungen im April Autoabsatz in der EU verdreifacht

Stand: 19.05.2021 10:26 Uhr

In der EU sind im April dreimal so viele Pkw neu zugelassen worden wie im Vorjahresmonat. Doch das starke Wachstum trügt. Denn noch liegen die Verkaufszahlen weit unter Vorkrisenniveau.

Der Autoabsatz in der Europäischen Union hat sich im April weiter erholt, bleibt aber noch immer deutlich unter dem Niveau vor der Corona-Krise. Im vergangenen Monat wurden 862.000 Fahrzeuge neu zugelassen, wie der europäische Herstellerverband ACEA mitteilte. Das ist zwar eine Verdreifachung - allerdings nur im Vergleich zum extrem schwachen Vorjahresmonat, als wegen des fast vollständigen europaweiten Lockdowns und geschlossener Autohäuser und Zulassungsstellen nur 271.000 Pkw zugelassen worden waren.

Die aktuellen Neuzulassungszahlen liegen aber noch knapp 25 Prozent unter dem Vergleichsmonat des Vorkrisenjahrs 2019: Im April 2021 kamen laut ACEA fast 300.000 Einheiten weniger neu auf die Straßen als im April 2019.

Absatz steigt seit Jahresbeginn

Doch die Tendenz weist wieder nach oben. Seit Jahresbeginn kletterte der Autoabsatz um etwa ein Viertel auf 3,4 Millionen Fahrzeuge. Am stärksten unter den großen EU-Ländern fiel der Zuwachs in Italien (plus 68 Prozent) und Frankreich (51 Prozent) aus, gefolgt von Spanien (18,8 Prozent). In Deutschland wurden seit Jahresbeginn nur 7,8 Prozent mehr Autos zugelassen. In Großbritannien, das nicht mehr zur EU gehört, legten die Neuzulassungen um 16 Prozent zu.

BMW unter deutschen Herstellern vorn

Von den deutschen Herstellern schnitt BMW am besten ab. Der bayerische Unternehmen steigerte seine Umsätze in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 28 Prozent, der Volkswagen-Konzern um 19 Prozent, Daimler um zwölf Prozent. Die größten Zuwächse melden allerdings Volvo, Toyota und die französische Stellantis-Gruppe.

Für Peter Fuß, Partner beim Beratungsunternehmen EY, sind die Zahlen kein Grund zur Freude. "Tatsächlich hat der europäische Neuwagenmarkt noch längst nicht das Vorkrisenniveau erreicht", so Fuß. Die erhoffte echte Erholung lasse weiter auf sich warten. Zwar mehrten sich die Zeichen für eine kräftige Konjunkturerholung in den Sommermonaten. Doch kämpfe die Autoindustrie inzwischen mit neuen Sorgen. So führe der Mangel an Halbleitern zu erheblichen Produktions- und Absatzeinbußen.

Deutsche Hersteller bei E-Autos führend

Vorerst werde die Lage deshalb schwierig bleiben, prognostiziert der Experte. Er rechnet in diesem Jahr weder in Deutschland noch EU-weit damit, dass der Pkw-Absatz das Vorkrisenniveau erreichen wird. "Aber immerhin: Die Nachfrage ist derzeit groß, die Versuchung, Rabatte zu geben, ist gering. Finanziell wird das Jahr für die Autokonzerne voraussichtlich alles andere als schlecht", so Fuß.

Auch bei E-Fahrzeugen hat die Wachstumsdynamik nachgelassen. Grund seien die Lieferengpässe, so der EY-Experte. Dennoch zeigt die E-Autoffensive der deutschen Hersteller erste Erfolge: So lag der Marktanteil der deutschen Autokonzerne im April im Elektroauto-Segment bei 60 Prozent, im bisherigen Jahresverlauf bei 56 Prozent.

Über dieses Thema berichtete mdr aktuell am 19. Mai 2021 um 20:13 Uhr.