Ein Mitarbeiter geht mit einem Mund- und Nasenschutz an Fahrzeugen in der Produktion vorbei. | dpa

Konjunkturerwartungen Bundesregierung will Prognose senken

Stand: 26.10.2021 16:44 Uhr

Die deutsche Wirtschaft kommt noch nicht wieder richtig in Schwung. Für 2021 erwartet die Regierung nun nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 2,6 Prozent - statt wie bisher 3,5 Prozent.

Der Aufschwung in Deutschland dürfte in diesem Jahr weniger stark ausfallen als erhofft. Nach führenden Wirtschaftsforschungsinstituten will nun auch die Bundesregierung ihre Konjunkturprognose für 2021 deutlich senken. Als Hauptgründe gelten die Folgen der anhaltenden Corona-Pandemie sowie Lieferengpässe und Rohstoffknappheit. Eine kräftige Erholung der Konjunktur nach dem coronabedingten Einbruch 2020 wird erst im kommenden Jahr erwartet.

Für 2021 nur 2,6 Prozent erwartet

Die Bundesregierung erwartet nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa demnach für das laufende Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland von 2,6 Prozent. Im April hatte die Regierung noch mit einem Plus von 3,5 Prozent gerechnet. Für 2022 erwartet die Bundesregierung nun ein Wachstum von 4,1 Prozent statt wie bisher 3,6 Prozent. Der scheidende Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) stellt die Herbstprojektion an diesem Mittwoch in Berlin vor.

Normalisierung Mitte 2022?

Die Senkung der Wachstumserwartungen für dieses Jahr kommt nicht überraschend. Mitte Oktober hatten führende Forschungsinstitute ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr gesenkt, und zwar auf 2,4 Prozent. Im Verlauf des Jahres 2022 dürfte die deutsche Wirtschaft wieder die Normalauslastung erreichen.

Weltweite Lieferengpässe

Die wirtschaftliche Lage sei nach wie vor von der Corona-Pandemie gekennzeichnet, hieß es von den Instituten. Dies treffe vor allem den Dienstleistungsbereich. Eine Folgewirkung der Pandemie seien weltweite Lieferengpässe. Im vergangenen Jahr war die Nachfrage eingebrochen, nun zieht die Weltwirtschaft wieder an, vor allem in Asien. Staus an Häfen und fehlende Containerkapazitäten behindern aber die Exporte. Vorprodukte fehlen oder sind im Preis stark gestiegen. Der weltweite Teilemangel dämpft vor allem das Auslandsgeschäft der deutschen Industrie. Im Oktober sind die Exporterwartungen der Unternehmen gesunken, berichtete das Münchner Ifo-Institut.

Die Lieferprobleme bei den Vorprodukten schlagen nach Einschätzung der Ökonomen auf die Exporte durch. Vor allem in der Chemie- und Autoindustrie werden die Ausfuhren demnach in den nächsten drei Monaten langsamer wachsen als erhofft.

Wohl auch Auswirkungen auf die Steuerschätzung

Die gesenkte Wachstumsprognose der Bundesregierung dürfte auch Auswirkungen auf die neue Steuerschätzung im November haben. Denn dafür wird die Herbstprojektion der Bundesregierung zugrunde gelegt. Die Corona-Krise hatte ein großes Loch in die Staatskassen gerissen. Seit Jahresbeginn sind die Steuereinnahmen aber wieder gestiegen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Oktober 2021 um 09:00 Uhr.