Das Logo des Internationalen Währungsfonds (IWF) an dessen Hauptsitz in Washington. | dpa

Mehr Impfungen, mehr Wachstum IWF erhöht globale Konjunkturprognose

Stand: 06.04.2021 16:08 Uhr

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet damit, dass die Weltwirtschaft im laufenden Jahr stärker wachsen wird als zuletzt vorausgesagt. Die Europäer laufen den führenden Nationen hinterher.

Die Wirtschaft in Europa wird sich im laufenden Jahr nicht so stark erholen wie in den besonders dynamischen Regionen der Welt. Das prognostiziert der Internationale Währungsfonds.

Nach den Berechnungen des IWF wird die Weltwirtschaft im laufenden Jahr um 6,0 Prozent zulegen, 2022 dann noch um 4,4 Prozent. Damit erholt sich die globale Konjunktur dynamischer als gedacht. Nach der bisherigen Prognose hatte die Sonderorganisation der Vereinten Nationen für dieses Jahr 5,5 und für das kommende 4,2 Prozent erwartet.

USA und China setzen die Impulse

Treibende Kräfte sind dabei die USA und China. So soll die amerikanische Wirtschaft 2021 und 2022 um 6,4 Prozent beziehungsweise 3,5 Prozent wachsen. Besonders stark wird wohl die chinesische Ökonomie anziehen. Hier wird ein Plus von um 8,4 Prozent beziehungsweise 5,6 Prozent erwartet.

Impfen sei der Weg aus der Krise, sagte IWF-Chefvolkswirtin Gita Gopinath. Eine noch stärkere Erholung sei bei schnelleren Fortschritten denkbar; allerdings auch eine längere Krise, sollten sich Virusvarianten herausbilden, gegen die die Vakzine nicht wirkten.

Europa erholt sich langsamer als die USA und China

Somit bremst das schleppende Impftempo in Europa auch das Wachstum der hiesigen Wirtschaft. Zwar hat der IWF auch für die Eurozone seine Prognose für dieses und kommendes Jahr angehoben - 2021 soll die Wirtschaftsleistung um 4,4 Prozent wachsen und 2022 um 3,8 Prozent. Doch entspricht das nur einem Prognose-Plus von jeweils 0,2 Punkten.

Den Entwicklungs- und Schwellenländern fällt es allerdings noch deutlich schwerer, die Corona-Krise zu bewältigen; auch, weil sie nicht genügend Mittel zur Stützung der Konjunktur haben. Zudem verfügen die ärmeren Länder bisher kaum über eine nennenswerte Versorgung mit Impfstoffen. "Das hat Erfolge bei der Reduzierung der Armut rückgängig gemacht", schrieb Gopinath. Die Zahl der in extremer Armut lebenden Menschen soll 2020 um 95 Millionen gestiegen sein.

650 Milliarden frisches Kapital für den IWF

Auch deshalb soll der IWF nun mit mehr Geld ausgestattet werden. Laut Reuters unterstützt Deutschland den Plan, die Organisation mit weiteren 650 Milliarden Dollar zu stärken. "Das ist eine angemessene Hausnummer", sagte ein Insider der Bundesregierung am Dienstag in Berlin. Es werde damit gerechnet, dass die Ausschüttung im August über die Bühne gehen werde. 42 Prozent der Mittel dürften an besonders arme Länder gehen. Damit könnten diese zum Beispiel beim Kauf von Impfstoffen unterstützt werden, hatte die geschäftsführende IWF-Direktorin Kristalina Georgiewa zuletzt betont.

Kristalina Ivanova Georgiewa auf dem World Economic Forum im Januar 2019. | REUTERS

Nach dem Willen von IWF-Chefin Georgiewa sollen ärmere Länder beim Kauf von Impfstoffen unterstützt werden. Bild: REUTERS

Bislang hatte der IWF eine Billion Dollar für Finanzhilfen zur Verfügung. Auch die USA unterstützen unter der neuen US-Regierung von Präsident Joe Biden die Pläne für die Kapitalerhöhung, im Gegensatz zu seinem Vorgänger Donald Trump.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. April 2021 um 15:41 Uhr.