Lebensmittel liegen in einem Einkaufswagen in einem Supermarkt. | dpa

Starke Teuerung Noch mehr Firmen wollen Preise erhöhen

Stand: 05.10.2022 10:06 Uhr

Ein Ende der hohen Inflation ist vorerst nicht in Sicht. Eine Umfrage des ifo-Instituts zufolge planen mehr Unternehmen für die kommenden Monate, die Preise heraufzusetzen. Der Trend zeigt sich vor allem bei Lebensmitteln.

Das Münchner Wirtschaftsforschungs-Institut ifo geht von weiter steigenden Preisen in Deutschland aus. Das Barometer zu den Preiserwartungen für die kommenden Monate stieg im September auf 53,5 Punkte nach 48,1 Zählern im August, wie das ifo heute zu seiner monatlichen Unternehmensumfrage mitteilte. Etwa im Lebensmittelhandel planen demnach sämtliche befragten Firmen, die Preise erhöhen.

Auch Gas und Strom werden sich laut Einschätzung der Ökonomen weiter verteuern, ebenso wie die Preise in der Gastronomie. "Die Inflationswelle dürfte daher leider noch nicht abebben", sagte ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. "Vor allem bei Gas und Strom ist noch einiges in der Preispipeline." Im September hatte die Inflationsrate mit 10,0 Prozent bereits den höchsten Stand seit Jahrzehnten erreicht.

Drogerie-Artikel und Bekleidung werden teurer

Das ifo-Institut befragt für seine Konjunkturprognosen monatlich mehrere tausend Unternehmen. Unter anderem geht es dabei um Preiserwartungen. Insbesondere bei Lebensmitteln zeichnet sich demzufolge ein weiterer Anstieg ab: Hier erreichte der ermittelte Wert 100 Punkte, nach 96,9 im August. Damit wollen praktisch alle befragten Unternehmen in diesem Bereich die Preisschraube nach oben drehen.

Im sonstigen Handel planen Preiserhöhungen insbesondere die Verkäufer von Drogerie-Artikeln (92,3 Punkte), Blumen, Pflanzen und Zoobedarf (89,6), von Spielwaren (89,0), Fahrrädern (84,4) und sowie Papier- und Schreibwaren (83,8). In der Industrie liegen die Bekleidungshersteller ganz weit vorn (83,5 Punkte), gefolgt von Herstellern von Glas, Keramik und Steinen (77,3), Herstellern elektrischer Ausrüstungen (75,5) sowie Druckerzeugnissen (70,3). Sehr hoch sind die Zahlen auch in der Gastronomie (87,4), in der Betreuung von Gebäuden (78,0) und bei Hotels (62,4).

Die Punkte geben an, wie viel Prozent der Unternehmen per Saldo ihre Preise erhöhen wollen. Der Saldo ergibt sich, indem vom prozentualen Anteil der Unternehmen, die ihre Preise anheben wollen, der prozentuale Anteil derer abgezogen wird, die ihre Preise senken wollen. Wenn alle befragten Unternehmen beabsichtigen, ihre Preise zu erhöhen, liegt der Saldo bei plus 100 Punkten. Wollen alle ihre Preise senken, liegt er bei minus 100.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. Oktober 2022 um 12:00 Uhr.