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Hohe Energiekosten Euro-Inflation steigt über acht Prozent

Stand: 31.05.2022 11:29 Uhr

Die Inflation im Euroraum ist so hoch wie nie zuvor. Die Teuerungsrate lag im Mai in den Ländern mit der Gemeinschaftswährung bei 8,1 Prozent. Preistreiber Nummer Eins bleibt die Energie.

Der Preisschub bei Energie treibt die Inflation im Euro-Raum auf ein Rekordhoch. Waren und Dienstleistungen kosteten im Mai durchschnittlich 8,1 Prozent mehr als vor Jahresfrist, wie das Statistikamt Eurostat nach einer ersten Schätzung mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten nur mit 7,7 Prozent gerechnet.

Die Inflationsrate ist damit mehr vier mal so hoch wie das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die 2,0 Prozent als optimales Niveau für die Wirtschaft anstrebt. Im März und April hatte die Teuerung im Währungsraum jeweils bei 7,4 Prozent gelegen.

Wann leitet die EZB die Zinswende ein?

Damit dürfte der Druck auf die Währungshüter noch einmal kräftig zunehmen, nach Jahren einer ultralockeren Geldpolitik die Zinswende einzuleiten. Andere große Notenbanken wie die Federal Reserve in den USA haben angesichts des starken Preisauftriebs bereits die Zinsen erhöht.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte kürzlich in Aussicht gestellt, dass die Währungshüter die Ära der Negativzinsen bald beenden. Experten gehen derzeit davon aus, dass die Notenbank auf ihrer Zinssitzung am 9. Juni zunächst das Ende ihrer Staatsanleihenkäufe beschließen wird und dann im Juli erstmals die Zinsen erhöht. Es wäre die erste Zinsanhebung seit 2011.

Fast 40 Prozent mehr für Energie

Energie verteuerte sich laut Eurostat im Zuge des Ukraine-Kriegs im Mai zum Vorjahr um 39,2 Prozent, nach einem Anstieg von 37,5 Prozent im April. Die Preise für unverarbeitete Lebensmittel zogen um 9,1 Prozent an, nach zuletzt 9,2 Prozent. Dienstleistungen verteuerten sich im Mai um 3,5 Prozent.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 31. Mai 2022 um 10:36 Uhr.