Baukräne stehen auf einer Baustelle mit mehreren Wohnhäusern am Bakenhafen in der Hafencity, Hamburg.  | dpa

Frühjahrsgutachten Eigentumswohnungen immer teurer

Stand: 15.02.2022 13:01 Uhr

Der deutsche Immobilienmarkt bot 2021 ein zweigeteiltes Bild. Während die Mieten moderat stiegen, schnellten die Preise für Eigentumswohnungen zweistellig nach oben.

Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen sind im vergangenen Jahr erneut kräftig gestiegen. Im bundesweiten Mittel schossen sie um 14,3 Prozent auf 3140 Euro pro Quadratmeter nach oben. Das geht aus dem Frühjahrsgutachten der sogenannten Immobilienweisen hervor. Damit hat sich die Teuerung erneut beschleunigt. 2020 hatte das Plus bei 11,2 Prozent gelegen.

Die Mieten zogen im Vergleich dazu nur moderat an. Die Mieten für Bestandswohnungen erhöhten sich im vergangenen Jahr um 3,7 Prozent auf 8,46 Euro pro Quadratmeter. Im Jahr zuvor waren die Mieten um 3,1 Prozent gestiegen.

Auf absehbare Zeit zu wenige Neubauten

2021 dürften rund 315.000 neue Wohnungen fertiggestellt worden sei, so der Rat der Immobilienweisen. 2020 waren erstmals seit 20 Jahren wieder mehr als 300.000 Wohnungen gebaut worden. "Als Folge der gestiegenen Zahl an Baugenehmigungen dürften die Fertigstellungszahlen auch in den nächsten Jahren langsam weiter steigen", so die Experten. Die Regierungskoalition hat sich vorgenommen, dass 400.000 neue Wohnungen pro Jahr gebaut werden, davon 100.000 öffentlich geförderte Wohnungen.

Doch der Bedarf wächst in vielen Regionen immer noch stärker als das Angebot. So stagniert der Neubau vor allem in den besonders nachgefragten Top-Städten seit mindestens drei Jahren. "In Berlin schwankt die Zahl der fertiggestellten Wohnungen seit 2018 um die 18.000, in Hamburg um 10.000, in München um 9000 und in Frankfurt bereits seit 2014 um 5000 Wohnungen", so der Expertenrat. "Weder für 2022 noch in den Folgejahren kann mit einem neuen Anstieg der Fertigstellungszahlen gerechnet werden."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Februar 2022 um 08:35 Uhr und 13:43 Uhr.