Ein Arbeiter baut in einem Werk ein Getriebe zusammen | dpa

ifo-Schätzung Weniger Kurzarbeiter im April

Stand: 05.05.2021 10:50 Uhr

Im April waren nach Berechnungen des ifo-Instituts noch 2,7 Millionen Arbeitnehmer in Kurzarbeit - zehn Prozent weniger als im März. Die Lage bessert sich unter anderem im hart getroffenen Einzelhandel.

Die Zahl der Kurzarbeiter ist Berechnungen des ifo-Instituts zufolge im April deutlich gesunken auf 2,7 Millionen. Das waren 300.000 weniger als im März, wie die Münchner Forscher mitteilten. Ihre Schätzung basiert auf der monatlichen Konjunkturumfrage des Instituts unter mehreren tausend Unternehmen und Daten der Bundesagentur für Arbeit.

Korrekturen sind keine Seltenheit

Die Zahlen sind allerdings mit Ungewissheit behaftet; zuletzt hatten die Ökonomen die Daten mehrfach nachträglich korrigieren müssen. So hatte das ifo-Institut etwa auch für März ursprünglich 2,7 Millionen Kurzarbeiter angenommen, berichtigte diese Zahl aber später auf 3,0 Millionen, nachdem die Bundesagentur für Arbeit ihre Zahlen nach oben gesetzt hatte.

Auch wenn bei der neuen Zahl für den Mai also Korrekturen durchaus noch möglich sind: Eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum ersten Lockdown ist schon jetzt sichtbar. So waren im Mai 2020 noch knapp sechs Millionen Menschen in Deutschland in Kurzarbeit.

Chemie- und Pharmabranche kaum betroffen

Der neuen Schätzung zufolge leiden die einzelnen Branchen weiterhin sehr unterschiedlich stark unter den Folgen der Corona-Pandemie. Unterdurchschnittlich betroffen waren im April etwa die Autobranche mit 4,8 Prozent sowie die Chemie-, Pharma-, Gummi- und Kunststoff-Branche mit 1,8 Prozent.

Überdurchschnittlich betroffen war hingegen das Druckgewerbe mit 22,1 Prozent. In der gesamten Industrie fiel die Zahl der Kurzarbeiter von 535.000 auf 444.000, das entspricht 6,4 Prozent der Beschäftigten.

Gastgewerbe weiter in der Krise

"Aber unverändert hoch bei 53,2 Prozent oder 565.000 der Beschäftigten liegt die Zahl der Kurzarbeiter im Gastgewerbe", so ifo-Arbeitsmarktexperte Sebastian Link. Das Gastgewerbe ist damit auch eine der ganz wenigen Branchen, in denen sich im April keine Besserung im Vergleich zum März zeigte.

Der Einzelhandel durfte vielerorts nur unter strengen Corona-Auflagen öffnen. Dennoch sank die Zahl der Kurzarbeiter von 375.000 auf 276.000. Das sind noch 11,2 Prozent. Im Handel insgesamt, zu dem auch Groß- und Autohändler gehören, sank die Zahl von 598.000 auf 433.000. Das entspricht 9,5 Prozent der Beschäftigten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Mai 2021 um 10:30 Uhr in den Nachrichten.