Roboter unterstützen bei der Batteriefertigung bei Bosch | picture alliance/dpa/Bosch

Industrieproduktion Materialmangel lässt etwas nach

Stand: 31.01.2022 13:02 Uhr

Die Forscher des ifo-Instituts sehen im Januar eine leichte Entspannung bei den Lieferengpässen, die für viele Industriebetriebe zuletzt ein großes Problem waren. Von einer Trendwende ist aber noch nicht die Rede.

Die Corona-Pandemie hat in vielen Industriebetrieben zu Lieferengpässen bei Rohstoffen und Vorprodukten geführt. Im Januar entspannte sich die Situation laut einer aktueller Umfrage des Münchner ifo-Instituts jedoch leicht. Insgesamt 67,3 Prozent der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe berichteten demnach im Januar von Problemen bei der Beschaffung von Rohstoffen und Vorprodukten. Im Dezember waren es noch 81,9 Prozent.

"Trotz dieser Entwicklung bleiben viele Sorgenfalten bei den Unternehmen", erklärte der Leiter der ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. Zumindest bestehe für die Unternehmen nun die Möglichkeit, die hohen Auftragsbestände abzuarbeiten und die Produktion hochzufahren. Für eine Entwarnung sei es aber zu früh. "Es ist noch nicht abzusehen, ob dies eine Trendwende ist", so Wohlrabe.

Kaum Besserung bei Elektronik  

Im Einzelnen beobachten die ifo-Fachleute bei den Branchen erhebliche Unterschiede: Bei den Herstellern elektronischer Ausrüstungen sank die Anzahl der Unternehmen, die von Lieferengpässen betroffen sind, nur leicht von 93,8 Prozent im Dezember auf 89,6 Prozent im Januar. Auch im Maschinenbau hatten nach 91 Prozent im Dezember weiterhin 80,6 Prozent der Unternehmen im Januar mit Lieferengpässen zu kämpfen. Bei den Autoherstellern waren es im Januar 77,9 Prozent, nach 92,9 Prozent im Dezember.

Die Lage der Textilhersteller entspannte sich indes deutlich. Hier fiel die Zahl betroffener Unternehmen von 87 auf 44,6 Prozent. Bei den Getränkeherstellern berichteten im Januar sogar lediglich zwölf Prozent von Lieferengpässen.

Steigende Preise als Folge  

Der anhaltende Materialmangel in der Industrie führte zuletzt dazu, dass die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal des vergangenen Jahres geschrumpft ist, da die Lieferengpässe die Produktion drosseln. Selbst der Rückfall in eine Rezession wird derzeit von Experten nicht ausgeschlossen. Ein weiterer unerwünschter Effekt des Materialmangels hängt mit der Inflation zusammen. Lieferengpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten sorgen für höhere Preise, die sich im Ergebnis auch auf die Endprodukte auswirken können.

Die US-Notenbank hat zur Bekämpfung der hohen Inflation bereits eine Straffung der Geldpolitik angekündigt. In dieser Woche wird die Europäische Zentralbank (EZB) über die künftige Zinspolitik entscheiden.     

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell Radio am 30. September 2021 um 09:30 Uhr.