Hubertus Heil | dpa

Ankündigung des Arbeitsministers Vereinfachter Zugang zu Kurzarbeit bis Ende Juni

Stand: 12.03.2021 14:52 Uhr

Ein Jahr Corona - auch auf dem Arbeitsmarkt hat die Krise tiefe Spuren hinterlassen. Doch das "große Beben" sei ausgeblieben, so Minister Heil. Den erleichterten Kurzarbeitergeld-Zugang will er bis 30. Juni verlängern.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will die Regeln für einen vereinfachten Zugang zum Kurzarbeitergeld bis Ende Juni verlängern. Eine entsprechende Verordnung solle noch im März im Bundeskabinett auf den Weg gebracht werden, sagte der SPD-Politiker in Berlin. Die Regeln sind bis Ende dieses Monats befristet. Es gebe aber weiterhin große Unsicherheiten, begründete Heil das Vorhaben. Die Kurzarbeit sei das wichtigste Instrument im Kampf um Arbeitsplätze und habe diese in vielen Branchen gesichert.

Wenn Unternehmen in Schwierigkeiten geraten und die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter reduzieren, springt die Bundesagentur für Arbeit (BA) ein und ersetzt einen Teil des weggefallenen Nettoeinkommens durch das Kurzarbeitergeld. So sollen Krisenzeiten überbrückt werden, ohne dass Betriebe gezwungen sind, Mitarbeiter zu entlassen.

Zugangsregeln gelockert

Im Zuge der Pandemie waren die Zugangsregeln gelockert worden, etwa Vorgaben dazu, in welchem Umfang Betriebe von Arbeitsausfall betroffen sein müssen, damit Kurzarbeitergeld gezahlt wird.

Nach Angaben Heils wurden für Kurzarbeit im vergangenen Jahr 22 Milliarden Euro ausgegeben. Das sei sehr teuer, aber Massenarbeitslosigkeit sei um ein Vielfaches teurer, so der Arbeitsminister.

"Das große Beben ist ausgeblieben"

Zur Situation auf dem Arbeitsmarkt sagte er ein Jahr nach Beginn der Corona-Krise: "Die Pandemie hat den deutschen Arbeitsmarkt erschüttert. Aber das große Beben ist ausgeblieben." Es gebe rund 500.000 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Trotz der Tiefe der Krise sei es gelungen, die Arbeitslosigkeit unter der Drei-Millionen-Marke zu halten.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 12. März 2021 um 14:05 Uhr.