Gabelstapler stapelt Paletten in einer Lagerhalle | picture alliance / dpa

Teuerung in Deutschland Preisdruck im Großhandel nimmt ab

Stand: 16.01.2023 12:34 Uhr

Auch im Dezember sind die Großhandelspreise gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Selbst wenn die Jahresteuerung beträchtlich bleibt, nimmt der Druck auf die Verbraucherpreise weiter ab.

Im deutschen Großhandel hat sich die Preisdynamik weiter abgeschwächt. Im Dezember lagen die Preise um 12,8 Prozent über dem Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit nahm die Jahresrate nach einem Plus von 17,4 Prozent im Oktober und 14,9 Prozent im November weiter ab.

Gegenüber dem November gingen die Großhandelspreise sogar um 1,6 Prozent zurück. Das ist der stärkste Rückgang gegenüber einem Vormonat seit Dezember 2008, teilte die Wiesbadener Behörde mit. Besonders Mineralölerzeugnisse, aber auch Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermittel sowie landwirtschaftliche Grundstoffe kosteten weniger als einen Monat zuvor.

Hat Inflation den Höhepunkt überschritten?

Im Schnitt des vergangenen Jahres ergibt sich eine Preissteigerung im Großhandel von 18,8 Prozent, angetrieben vor allem von teureren Mineralölerzeugnissen (plus 50,1 Prozent). Der Höhepunkt wurde im April mit einem Plus von 23,8 Prozent erreicht - die stärkste Zunahme seit Einführung der Statistik 1962.

Der Großhandel, die Wirtschaftsstufe zwischen Herstellern und Endkunden, ist ein wesentlicher Faktor der Preisbildung. Entstehen den Großhändlern höhere Kosten, werden diese zumindest teilweise auf die Verbraucherpreise umgewälzt.

Die sinkende Preisdynamik im Großhandel ist ein weiterer Hinweis darauf, dass die Inflation in Deutschland ihren Höhepunkt überschritten haben könnte. Im Dezember war die Inflationsrate erstmals seit September wieder unter zehn Prozent gefallen.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 10. Januar 2023 um 14:39 Uhr.