Bürger mit Einkaufstüten | dpa

Gesunkene Corona-Zahlen Deutsche Konsumenten in Kauflaune

Stand: 28.09.2021 10:36 Uhr

Die Verbraucherstimmung bessert sich, das Konsumklima ist auf den höchsten Wert seit fast eineinhalb Jahren gestiegen. Aber ist das für den Einzelhandel schon eine echte Trendwende?

Der deutsche Einzelhandel kann auf ein starkes Weihnachtsgeschäft hoffen. Die Stimmung der Konsumenten nähert sich wieder dem Vor-Corona-Niveau. Die Nürnberger Marktforscher der GfK prognostizieren in ihrem Konsumklima-Barometer für Oktober einen Wert von 0,3 Punkten, was 1,4 Zähler mehr wären als im September. Zuletzt wurde im April 2020 ein besserer Wert gemessen.

Der Anstieg kommt überraschend, Fachleute hatten mit einem weiteren Rückgang gerechnet. Zuvor war das Stimmungsbarometer zwei Monate lang in Folge gesunken. Hintergrund ist das aktuell verhältnismäßig schwache Infektionsgeschehen. Der Optimismus steige, dass die vierte Corona-Welle weniger ausgeprägt sein wird als zuvor befürchtet, schreibt die GfK.

Hoffnung auf weitere Lockerungen

Laut GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl hat sich der Anstieg der Inzidenz in Deutschland zum Zeitpunkt der Verbraucher-Befragung in der ersten Septemberhälfte deutlich verlangsamt. "Aktuell sind die Zahlen sogar leicht rückläufig." Deshalb sähen viele Verbraucher wieder Spielraum für weitere Lockerungen der Corona-Beschränkungen. 

Es bleibe aber abzuwarten, ob von einer grundlegenden Trendwende gesprochen werden kann, warnte Bürkl. "Hier kommt es vor allem auch darauf an, wie sich das Infektionsgeschehen in den Wintermonaten entwickeln wird und ob neue Beschränkungen notwendig werden."

Grafik: GfK-Konsumklimaindex

Firmen stellen neue Mitarbeiter ein

Auch das Beschäftigungsbarometer des Münchner ifo-Instituts zeigt, dass sich die Konjunktur derzeit gut zu entwickeln scheint. Die deutschen Unternehmen stellen mit den schwindenden Corona-Auflagen immer mehr neue Mitarbeiter ein. Die ifo-Arbeitsmarkt-Kennziffer stieg im September um 0,7 Punkte und erreichte mit 104,3 Zählern den höchsten Stand seit Oktober 2018. Für das Beschäftigungsbarometer bearbeitet das Institut rund 9500 monatliche Meldungen von Unternehmen verschiedener Branchen über ihre Pläne für die Beschäftigung in den nächsten drei Monaten.

"Die fortschreitenden Öffnungen in vielen Branchen sorgen für einen ständigen Anstieg der Beschäftigung", sagte ifo-Experte Klaus Wohlrabe. Im Verarbeitenden Gewerbe, das mit Materialengpässen bei wichtigen Vorprodukten wie Mikrochips kämpft, ist das Beschäftigungsbarometer zwar insgesamt leicht gesunken. "Aber der Maschinenbau und die Elektroindustrie planen gleichwohl, ihre Mitarbeiterzahl zu erhöhen", sagte Wohlrabe. Bei den Dienstleistern stieg der Wert deutlich. Auf hohem Niveau will demnach auch die IT-Branche Mitarbeiter einstellen.

Im Gastgewerbe beobachten die Fachleute "eine gewisse Zuversicht". Im Handel blieb die leicht positive Tendenz für Neustellungen nahezu unverändert. Im Bauhauptgewerbe schlägt sich die gute Konjunktur in deutlich ausgeweiteten Beschäftigungsplänen nieder, so das ifo-Institut.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 28. September 2021 um 05:44 Uhr.