Ein wegen des Lockdowns geschlossenes Restaurant in Nürnberg. | dpa

Gastgewerbe im Lockdown Fast die Hälfte des Umsatzes weg

Stand: 22.03.2021 10:35 Uhr

Kurzurlaub in Deutschland ist nach den geltenden Corona-Regeln immer noch nicht möglich. Wie stark die Einschränkungen Hotels und Gaststätten seit dem ersten Lockdown getroffen haben, zeigen neue Zahlen.

Seit Monaten klagen Hotels und Gaststätten über die Folgen der Reise- und Ausgehbeschränkungen. Tatsächlich hat sich der Umsatz des Gastgewerbes seit Beginn der Corona-Krise nahezu halbiert. Wie das Statistische Bundesamt am Morgen mitteilte, sind die Einnahmen der Branche von März 2020, dem Beginn des ersten Lockdowns, bis Januar 2021 um 47,1 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum eingebrochen.

"Seit Ausbruch der Pandemie im März 2020 gab es noch keinen Monat, in dem die Umsätze im Gastgewerbe real wieder das Niveau des jeweiligen Vorjahresmonats erreichten", heißt es in der Mitteilung der Wiesbadener Behörde. Besonders hoch waren die Einbrüche in den Lockdown-Monaten April und Dezember mit 74,7 beziehungsweise 71,1 Prozent. In dieser Zeit waren die Gaststätten bis auf Abhol- und Lieferangebote geschlossen, Hotels durften allenfalls Geschäftsreisende beherbergen.

Hotels und Bars besonders heftig betroffen

Doch auch die weitreichenden Lockerungen der Pandemie-Beschränkungen während der Sommermonate brachten keine vollständige Erholung: Auch im August 2020, dem für das Gastgewerbe umsatzstärksten Monat des vergangenen Jahres, wurde 20,5 Prozent weniger umgesetzt als im August 2019.  

Besonders heftig von den Lockdown-Maßnahmen waren die Hotels betroffen: Ihnen brachen zwischen März 2020 und Januar 2021 über die Hälfte, genau 54,8 Prozent, der Einnahmen weg. Lediglich bei Ferienunterkünften und ähnlichen Beherbergungsstätten fiel der Rückgang mit 42 Prozent etwas geringer aus.

In der Gastronomie gingen die Umsätze in dem Zeitraum um 42,7 Prozent zurück. Hier waren all jene Lokale besonders stark betroffen, die ihr Geld vorwiegend mit dem Ausschank von Getränken verdienen, also Bars, Biergärten und Cafés: In dieser Sparte brach der reale Umsatz von März bis Januar 2021 um über 60 Prozent ein.

Weniger als 11,00 Euro die Stunde

Entsprechend ging auch die Zahl der Beschäftigten stark zurück: Zwischen März 2020 und Januar 2021 belief sich das Minus auf gut 19 Prozent. Besonders kräftig fiel der Rückgang bei Bars, Cafés und Biergärten aus: Sie beschäftigten fast 40 Prozent weniger Personal. Hotels, Gasthöfe und Pensionen bauten im selben Zeitraum lediglich 18 Prozent der Stellen ab. Dabei ist zu beachten, dass Kurzarbeitende weiterhin als Beschäftigte zählen, erklärte das Statistikamt dazu.

Beschäftigte im Gastgewerbe gehören zudem zu den am schlechtesten bezahlten Arbeitnehmern hierzulande. Zwei Drittel von ihnen verdienten im Jahr 2018 - neuere Zahlen liegen noch nicht vor - weniger als 11,05 Euro brutto in der Stunde, der damaligen Niedriglohngrenze. Niedriglohn liegt vor, wenn der Verdienst eines Beschäftigten kleiner als zwei Drittel des Durchschnittslohns ist.

Das Gastgewerbe in Deutschland erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von 98,3 Milliarden Euro. Davon entfielen mehr als zwei Drittel (65,1 Milliarden Euro) auf die Gastronomie und 33,2 Milliarden Euro auf Beherbergungsbetriebe.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. März 2021 um 10:00 Uhr.