Ein leeres Restaurant in Köln | AP

Bilanz 2021 Gastgewerbe verharrt im Corona-Tief

Stand: 18.01.2022 10:20 Uhr

Das Gastgewerbe konnte sich 2021 nicht vom coronabedingten Einbruch des Vorjahres erholen. Besonders steigende Infektionszahlen am Jahresende bremsten die Erholung.

Hotels und Restaurants haben sich im vergangenen Jahr trotz einer zeitweiligen Umsatzsteigerung nicht vom coronabedingten Einbruch 2020 erholt. Im Gastgewerbe machten Unternehmen 2021 preisbereinigt so viel Umsatz wie im von der Corona-Pandemie geprägten Vorjahr 2020. Das geht aus einer aktuellen Schätzung des Statistischen Bundesamtes hervor.

Grund für die anhaltend niedrigen Umsätze sind die Beschränkungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise. Die zeitweise geltende Bundesnotbremse mit ihren weitreichenden Schutzmaßnahmen im Kampf gegen die Pandemie führte zu erheblichen Einbußen der Branche. So bestand zu Ostern ein Beherbergungsverbot zu touristischen Zwecken.

Über das Jahr betrachtet konnte das Gastgewerbe demnach "nach den enormen Umsatzrückgängen im Frühjahr" seit den Lockerungen der Corona-Maßnahmen im Mai 2021 seine Umsätze erheblich steigern. Allerdings fiel vor allem das Jahresende mit dem so wichtigen Weihnachtsgeschäft erneut schlecht für die Unternehmen aus, wenn auch besser als im Pandemiejahr 2020.

Aktuelle Situation ist existenzbedrohend

"Damit waren die Jahre 2020 und 2021 die umsatzschwächsten seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1994", erklärte das Bundesamt. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 setzte das Gastgewerbe 2021 demnach gut 40 Prozent weniger um. Die Angaben basieren auf den Umsatzzahlen für die Monate Januar bis November und einer Schätzung für den Monat Dezember, die nach Angaben des Bundesamtes "von Umsatzrückgängen durch die Einführung von 2G-Regeln ausgeht".

Aktuell dürfen wegen der Ausbreitung der hochansteckenden Omikron-Variante meist nur Geimpfte und Genesene in Gaststätten, oftmals ist zusätzlich noch ein Test erforderlich. Dadurch fiel der Umsatz im Gastgewerbe im November um mehr als zwölf Prozent zum Vormonat. "Der Umsatzrückgang dürfte auf steigende Inzidenzzahlen seit Ende Oktober sowie eine verschärfte Corona-Verordnung Ende November zurückzuführen sein", so das Statistikamt.

Für viele Betriebe ist das existenzbedrohend. Mehr als die Hälfte fühlen sich einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts zufolge in ihrer Existenz bedroht: Restaurants und Gaststätten gaben dies im Dezember zu 52,5 Prozent an (Juni: 55,4 Prozent). In der Beherbergung waren es 58,8 Prozent, nach 52,1 Prozent im Juni.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Oktober 2021 um 18:40 Uhr.