Das Gebäude der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main | dpa

Starke Konjunktur EZB drosselt Anleihekäufe

Stand: 09.09.2021 14:35 Uhr

Die Europäische Zentralbank reduziert angesichts der gut laufenden Konjunktur ab dem vierten Quartal ihre monatlichen Anleihenkäufe. An der Laufzeit und dem Umfang des Kaufprogramms hält sie aber fest. Auch der Leitzins bleibt unverändert.

Die Europäische Zentralbank (EZB) drosselt bei den Notfallhilfen etwas das Tempo. Im vierten Quartal 2021 soll der Erwerb von Staats- und Unternehmenspapieren im Rahmen des Corona-Notkaufprogramms PEPP "moderat" geringer ausfallen als derzeit. Das entschied der EZB-Rat auf seiner heutigen Sitzung.

Zuletzt steckte die EZB über das in der Pandemie aufgelegten Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) monatlich etwa 80 Milliarden Euro in Wertpapiere. Das Gesamtvolumen des Programms liegt weiterhin bei 1,85 Billionen Euro. Auch der Laufzeit bis mindestens Ende März 2022 ändert sich nichts.

Konjunktur besser als erwartet

Mithilfe des PEPP-Programms soll der Kreditfluss an die Wirtschaft während der Covid-Krise gestützt werden. Ferner sollen günstige Finanzierungsbedingungen für Unternehmen, Staaten und Haushalte sichergestellt werden.

Die Wirtschaft entwickele sich im laufenden Jahr besser als erwartet, hatte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos in einem Anfang September veröffentlichten Interview gesagt: "Wenn sich die Inflation und die Wirtschaft erholen, wird es logischerweise zu einer schrittweisen Normalisierung der Geldpolitik und auch der Finanzpolitik kommen."

Leitzins bleibt unverändert

Ein Ende des Zinstiefs im Euroraum ist hingegen nicht in Sicht. Den Leitzins im Euroraum hält die EZB weiterhin auf dem Rekordtief von null Prozent. Geschäftsbanken müssen nach wie vor 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken.

Inflation bleibt Thema

Kritiker werfen der EZB vor, mit dem vielen billigen Geld die Inflation anzuheizen, die sie eigentlich im Zaum halten will. Oberstes Ziel der Notenbank sind stabile Preise. Beim Umgang mit höheren Teuerungsraten hat sich die EZB inzwischen allerdings mehr Flexibilität verschafft: Die Notenbank strebt neuerdings für den Währungsraum eine jährliche Teuerungsrate von zwei Prozent an und ist zumindest zeitweise bereit, eine moderates Über- oder Unterschreiten dieser Marke zu akzeptieren.