Schild mit der Aufschrift "Made in Germany" | dpa

Erneutes Plus im Mai Deutsche Exporte fast auf Vorkrisenniveau

Stand: 08.07.2021 12:33 Uhr

Die deutschen Unternehmen haben ihre Exporte zwar zum 13. Mal in Folge gesteigert. Weil die Zuwachsraten zuletzt niedrig waren, wurde das Vorkrisenniveau im Mai zwar fast wieder erreicht, aber noch nicht übertroffen.

Im Mai sind die deutschen Exporte um 0,3 Prozent gegenüber dem April gewachsen. Es war der 13. Monat in Serie mit einem Anstieg im Vergleich zum Vormonat. Insgesamt verkauften die Unternehmen im Mai Waren im Wert von 109,4 Milliarden Euro ins Ausland. Verglichen mit dem Mai 2020 entspricht das einer Zunahme um 36,4 Prozent. Dabei wuchsen die Ausfuhren zum wichtigsten Exportkunden USA um fast 41 Prozent, die nach Großbritannien um gut 46 Prozent und die nach China um 17 Prozent. Das Auslandsgeschäft mit den EU-Ländern legte um 43,3 Prozent zu.

Trotz des anhaltenden Wachstums der Ausfuhren haben die deutschen Exporteure das Vorkrisenniveau erst annähernd wieder erreicht: Noch lagen die aktuellen Zahlen um 0,3 Prozent unter den Werten des Februars 2020, also dem Monat vor dem ersten Lockdown und den massiven Folgen für die Wirtschaft. Das aktuelle Wachstumstempo lag auch unter den Erwartungen vieler Fachleute, die im Schnitt eine doppelt so hohe Zuwachsrate prognostiziert hatten.

Schwankungen in den nächsten Monaten

"Nach turbulenten Monaten der Pandemie stabilisiert sich die Erholung des deutschen Außenhandels", meint Anton F. Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA). Die Entwicklung stehe jedoch auf wackligen Beinen. Börner fordert vorbereitende Maßnahmen für den Herbst, um eine vierte Corona-Welle zu vermeiden.

Ein noch schwer kalkulierbarer Faktor bei der laufenden Konjunkturerholung sind die Lieferprobleme in vielen Branchen. "Das derzeitige Chaos im Frachtverkehr, die immens gestiegenen Preise für Container sowie Rohstoffengpässe machen uns große Sorgen", meint auch Börner. Gleichwohl ist der Verband davon überzeugt, dass sich der Markt mittel- bis langfristig wieder einpendeln werde.