Ein Volkswagen-Händler in Moskau | picture alliance/dpa/TASS

Trotz Wachstum im Januar Russland-Exporte vor Einbruch

Stand: 04.03.2022 11:05 Uhr

Deutschlands Exporte sind bereits zu Jahresbeginn deutlich zurückgegangen. Gegen den Trend legte im Januar ausgerechnet der Handel mit Russland noch deutlich zu. Doch nun zeichnet sich infolge des Krieges und der Sanktionen ein Einbruch ab.

Schon vor Beginn des Ukraine-Kriegs sind die deutschen Exporte im Januar kalender- und saisonbereinigt um 2,8 Prozent gegenüber dem Dezember zurückgegangen. Der deutsche Außenhandel mit Russland wuchs dagegen im Januar im Vergleich zum Dezember noch kräftig: Der Wert der Exporte nach Russland stieg um 14,4 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Importe legten sogar um 18,9 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro zu. Der Grund dürfte die Verteuerung von Gas und Öl sein.

Wegen der westlichen Sanktionen erwarten Experten allerdings in den kommenden Monaten schwere Einbrüche im Außenhandel mit Russland. "Unternehmen mit starkem Russland-Fokus kommen derzeit nämlich unter die Räder", sagte etwa der Chefvolkswirt der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe, Alexander Krüger. "Gleichzeitig fachen hohe Öl- und Gaspreise die Importe an."

Auch für die Entwicklung des deutschen Außenhandels insgesamt werden der Krieg in der Ukraine sowie die verhängten Sanktionen spürbare Folgen haben. Das bisher prognostizierte Exportwachstum von sechs Prozent für 2022 sei nicht mehr zu schaffen, erklärte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Der Rückgang zu Jahresbeginn zeigt, wie schwierig das Umfeld für die deutsche Exportwirtschaft im Jahr 2022 ist", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. "Angesichts des Krieges in der Ukraine wird klar, dass das Gesamtjahr ein absolut dunkles sein wird." Es könne sogar sein, "dass der preisbereinigte Export in negative Zonen abrutscht", sagte Treier.

Rückgang im weltweiten Handel

Auch wenn die deutschen Ausfuhren im Januar um 2,8 Prozent und die Einfuhren um 4,2 Prozent gegenüber dem Dezember schrumpften, zeigt sich im Vergleich zum Vorjahresmonat ein deutlich besseres Bild: Im Januar wurden Waren im Wert von 116,9 Milliarden Euro ins Ausland geliefert. Das waren 7,5 Prozent mehr als im Januar 2021. Die Importe stiegen um 22,1 Prozent auf 107,5 Milliarden Euro.

Die meisten Waren wurden in EU-Länder geliefert, der Wert betrug 61,4 Milliarden Euro. In Länder außerhalb der EU gingen Ausfuhren im Wert von 55,5 Milliarden Euro. Die meisten Exporte gingen im Januar in die USA, danach folgten China und Großbritannien. Die meisten Importe bezog Deutschland im Januar aus China, ihr Wert betrug 13,1 Milliarden Euro.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 Extra am 04. März 2022 um 09:55 Uhr.