Christine Lagarde | EPA

Weltwirtschaftsforum in Davos Lagarde kündigt weitere Zinsschritte an

Stand: 19.01.2023 17:00 Uhr

Die Europäische Zentralbank rückt nicht ab vom neu eingeschlagenen Zinskurs. Im Kampf gegen die weiterhin hohe Inflation in der Eurozone hat EZB-Präsidentin Lagarde beim Weltwirtschaftsforum in Davos weitere Erhöhungen angekündigt.

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, hat die Inflation in der Eurozone trotz des jüngsten Rückgangs als nach wie vor "viel zu hoch" bezeichnet. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos machte Lagarde deutlich, dass die Notenbank beim Kampf gegen die Teuerung weiter "auf Kurs" bleiben müsse.

Die Teuerung liegt mit einer Jahresrate von 9,2 Prozent im Dezember nur knapp unter dem Rekordhoch, das im Oktober bei mehr als zehn Prozent erreicht worden war. Zuletzt hatte sich die EZB-Präsidentin bei der Zinssitzung im Dezember für weitere Zinserhöhungen um jeweils 0,50 Prozentpunkte ausgesprochen, um die Inflation in den Griff zu bekommen. So soll die Teuerungsrate wieder an das EZB-Ziel von mittelfristig zwei Prozent herangeführt werden.

Börsen reagieren verunsichert

Die Börsen reagierten prompt auf die Äußerungen der EZB-Chefin in Davos. Der DAX weitet zeitweise seine Verluste aus und lag 1,57 Prozent tiefer bei 14.943 Punkten. Zuletzt hatten nachlassende Teuerungsraten Spekulationen auf ein gedrosseltes Zinstempo der großen Notenbanken an den Finanzmärkten genährt.

Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage, die sich derzeit auch angesichts der hohen Inflation darstellt, sieht Lagarde aber auch positive Signale für die Eurozone. Die Wachstumsprojektionen für 2023 lägen bei 0,5 Prozent, sagte Lagarde: "Somit ist das kein brillantes Jahr, aber es ist viel besser, als das, was wir befürchtet hatten."