Ein DHL-Mitarbeiter sortiert in seinem Transporter Pakete | picture alliance/dpa

Arbeitsmarkt 2021 Mehr Erwerbstätige trotz Pandemie

Stand: 03.01.2022 10:43 Uhr

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist 2021 nach dem Corona-bedingten Rückgang im Rezessionsjahr 2020 wieder gestiegen - allerdings nur um 7000. Für den Zuwachs ist fast allein der Dienstleistungsbereich verantwortlich.

Ungeachtet der anhaltenden Corona-Pandemie ist die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland im vergangenen Jahr wieder gestiegen: auf 44,9 Millionen. Das sind allerdings nur 7000 mehr als im vorangegangenen Jahr 2020, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

2020 hatte die Corona-Krise den zuvor über 14 Jahre anhaltenden Anstieg der Erwerbstätigkeit beendet und zu einem Rückgang um 370.000 Personen geführt. "Der seit 2006 andauernde Beschäftigungszuwachs wäre vermutlich auch ohne die Corona-Krise bald zum Ende gekommen, da das Erwerbspersonenpotenzial aufgrund des demografischen Wandels schwindet", betonten die Statistiker. "Diese Entwicklung wird derzeit immer weniger durch eine höhere Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung sowie die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte kompensiert."

Die Entwicklungen in den einzelnen Wirtschaftsbereichen geht stark auseinander. Bei den Dienstleistern gab es ein Beschäftigungsplus von 94.000 oder 0,3 Prozent auf rund 33,7 Millionen Personen. 2020 hatte es hier noch ein Minus von 197.000 oder 0,6 Prozent gegeben. Die größten Zuwächse gab es dabei im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit mit 249.000 sowie im Bereich Information und Kommunikation mit 33.000. Beide Bereiche konnten bereits im Krisenjahr 2020 Zuwächse erzielen.

Weniger Beschäftigte in der Industrie

Bei den Unternehmensdienstleistern, zu denen etwa die Arbeitnehmerüberlassung zählt, gab es ein Plus von 33.000 oder 0,5 Prozent, der allerdings den Rückgang aus dem Jahr zuvor nicht wettmachen konnte. Im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe wurde ein Rückgang von 176.000 Personen (minus 1,8 Prozent) registriert, der auf ein Minus von 218.000 im Jahr 2020 folgt.

Außerhalb des Dienstleistungsbereichs ging die Beschäftigung insgesamt zurück: Im Produzierenden Gewerbe (ohne Bau) sank sie um 96.000 oder 1,2 Prozent auf rund 8,1 Millionen. Vom Baugewerbe kamen mit einem Anstieg um 31.000 Erwerbstätige (plus 1,2 Prozent) auf rund 2,6 Millionen "weiterhin sehr positive Impulse als Beleg einer weiter andauernden Baukonjunktur", so die Statistiker. Im Bereich Land- und Forstwirtschaft, Fischerei waren 22.000 Personen weniger erwerbstätig als 2020, was einem deutlichen Rückgang von 3,8 Prozent auf 558.000 entspricht.

Zahl der verfügbaren Erwerbspersonen sinkt

Die Zahl aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nahm im Jahresdurchschnitt 2021 um 115.000 Personen oder 0,3 Prozent auf rund 41,0 Millionen zu. Dazu hat maßgeblich die positive Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung beigetragen. "Bei den Selbstständigen einschließlich mithelfender Familienangehöriger setzte sich der seit nunmehr zehn Jahren andauernde Abwärtstrend im Jahr 2021 weiter fort", hieß es. Ihre Zahl sank um 108.000 Personen auf 3,9 Millionen (minus 2,7 Prozent).

Die Zahl der Erwerbslosen (nach international vergleichbarer Definition) in Deutschland sank nach vorläufigen Schätzungen auf Basis der Arbeitskräfteerhebung im Jahresdurchschnitt 2021 im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 159.000 Personen oder 9,6 Prozent auf 1,5 Millionen. Die Zahl der aktiv am Arbeitsmarkt verfügbaren Erwerbspersonen ging im gleichen Zeitraum um 173.000 Personen (minus 0,4 Prozent) auf 46,3 Millionen zurück.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Januar 2022 um 12:00 Uhr.