Ein Eisengitter hängt vor einem geschlossenen Geschäft. | dpa

Weniger Umsatz durch 2G-Regel Einzelhandel hofft auf Lockerungen

Stand: 01.02.2022 12:25 Uhr

Die verschärften Corona-Regeln haben die Umsätze der Einzelhändler zum Jahresende sinken lassen. Das Online-Geschäft sorgte 2021 aber insgesamt immer noch für ein kleines Plus. Nun hofft die Branche auf die kommenden Monate.

Im Gesamtjahr ein Plus, im Dezember aber klare Umsatzverluste für die deutschen Einzelhändler - vor allem der stationäre Handel hat 2021 unter den Einschränkungen in der vierten Pandemiewelle gelitten.

Die bundesweite Einführung der 2G-Regel, nach der viele Geschäfte nur noch Geimpfte und Genesene einlassen dürfen, sowie Lieferengpässe bremsten den stationären Handel zum Jahresende. Die Umsätze sanken von November auf Dezember real um 5,5 Prozent. "Teile des stationären Einzelhandels, etwa der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren, mussten auch im zweiten Jahr der Corona-Krise Umsatzeinbußen hinnehmen", bilanzierte das Statistische Bundesamt.

Wie viel lässt die Inflation vom Umsatzplus?

Der boomende Online-Handel sorgte auf Jahressicht aber noch für ein Plus. 2021 stiegen die gesamten Einzelhandelsumsätze dadurch bereinigt um Preiserhöhungen um 0,7 Prozent. Nominal gab es für die Branche im Gesamtjahr ein Umsatzplus von 2,9 Prozent im Vergleich zum bisher umsatzstärksten Jahr 2020.

Die Umsatz bleibt derzeit in vielen Bundesländern durch die 2G-Regel immer noch gebremst. Der Handelsverband HDE kritisiert die aus seiner Sicht überzogene Corona-Eindämmungsmaßnahmen. Der Einkauf mit Maske, Abstand und Hygienemaßnahmen sei sicher, die 2G-Regel im Handel daher nicht geboten.

Für das laufende Jahr rechnet der Verband allerdings dank langsamer Lockerungen mit einem Umsatzanstieg um drei Prozent auf 605,4 Milliarden Euro. Wegen der hohen Inflation werde davon aber nicht viel hängen bleiben. So rechnet der HDE preisbereinigt mit einer Stagnation.

"Es gibt klare Verlierer"

"Obwohl die Umsätze in der Gesamtbilanz wachsen werden, gibt es klare Verlierer", so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Kleinere Betriebe und Läden in Innenstadtlagen seien weiter in der Defensive. Die 2G-Regel im Einzelhandel gilt derzeit noch in den meisten Bundesländern. In Bayern und Baden-Württemberg wurde 2G inzwischen nach Entscheidungen der Verwaltungsgerichte gekippt.

Impulse sieht der HDE in den kommenden Monaten vor allem beim Online-Handel. Ihm wird ein Wachstum von 13,5 Prozent im laufenden Jahr zugetraut, beim klassischen Einzelhandel erwartet der Verband nur Zuwächse von 1,2 Prozent. Mit einem Plus von mehr als 20 Prozent über dem Niveau von Februar 2020 war der Online- und Versandhandel auch 2021 der entscheidende Umsatztreiber.

Jeder siebte Euro, der im vergangenen Jahr für Lebensmittel, Elektronik, Möbel und Bekleidung ausgaben wurde, landete in den Kassen des Onlinehandels. Das zeigen Zahlen des E-Commerce-Verbands BEVH.