Blick in eine Küche eines Restaurants | Marko Seifert

Zahlen für Juni "Deutliche Besserung" auf dem Arbeitsmarkt

Stand: 30.06.2021 13:52 Uhr

Im Juni ist die Zahl der Arbeitssuchenden um 73.000 auf 2,614 Millionen zurückgegangen. Das sind 239.000 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Laut Bundesagentur für Arbeit setzt sich damit die Besserung am Arbeitsmarkt fort.

Durch die anziehende Konjunktur ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland auch im Juni zurückgegangen. Sie verringerte sich zum Vormonat um 73.000 auf 2,614 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte. Die Arbeitslosenquote fiel um 0,2 Punkte auf 5,7 Prozent.

"Die umfassende Besserung auf dem Arbeitsmarkt setzt sich im Juni fort", sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele. "Die Unternehmen reduzieren weiter die Kurzarbeit und suchen wieder mehr nach neuem Personal." Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen errechnete die BA für Juni einen saisonbereinigten Rückgang im Monatsvergleich um 38.000 Erwerbslose.

Die BA hatte bereits im Mai erste Anzeichen für eine nachhaltige Besserung ausgemacht. Dass der Jobmarkt wieder Schwung aufnimmt, zeigt sich im Juni auch im Vergleich zum Vorjahresmonat: Gegenüber Juni 2020 fiel die Zahl der Erwerbslosen um 239.000. Zudem sank die Zahl der Kurzarbeitenden auf 2,34 Millionen im April. Der Rekordwert im Zuge der Corona-Pandemie lag im April 2020 bei knapp sechs Millionen.

Deutlich weniger Kurzarbeit

Auch bei der Kurzarbeit habe sich ein spürbarer Rückgang ergeben, meldete die Bundesagentur. In der Zeit vom 1. bis 24. Juni habe es lediglich noch neue Anzeigen für 59.000 Personen gegeben. Meist wird für weniger Personen Kurzarbeit tatsächlich in Anspruch genommen als angezeigt. Daten für die tatsächlich realisierte Kurzarbeit liegen der Bundesagentur nur bis zum April vor. In diesem Monat wurde Hochrechnungen zufolge für 2,34 Millionen Menschen Kurzarbeitergeld gezahlt. In der Spitze waren es im April 2020 fast sechs Millionen.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil erklärte, durch den Einsatz von Kurzarbeit sei der Arbeitsmarkt in der Corona-Krise stabil gehalten und Massenarbeitslosigkeit abgewendet worden. "Jetzt kommt der Arbeitsmarkt in Schwung und Unternehmen können mit ihren Fachkräften wieder durchstarten." 

Trend bei Langzeitarbeitslosigkeit gebrochen

Auch die Langzeitarbeitslosigkeit ging im Juni leicht zurück - um 4000 auf 1,06 Millionen. Das sei nicht viel, aber immerhin sei der fortlaufende Anstieg während der Pandemie gebrochen, so die BA. Nach Ende der Pandemie müsse man sich daran machen, die verloren gegangenen Erfolge wieder zu erlangen.

Zu wenig Bewerber für Ausbildungsstellen

Zum Start des Ausbildungsjahres ist die Situation auf dem Lehrstellenmarkt jedoch angespannt. Von Oktober 2020 bis Juni 2021 hätten sich 385.000 junge Leute und damit 32.000 weniger als ein Jahr zuvor auf einen Ausbildungsplatz beworben - bei einem in etwa gleichem Aufkommen von Schulabgängern. 158.000 Bewerber seien im Juni noch unversorgt gewesen. Die Betriebe hatten bis dato 468.000 Lehrstellen gemeldet, 15.000 weniger als im Jahr zuvor. Davon waren 216.000 im Juni noch unbesetzt.

Ein Problem ist, dass Lehrbetriebe und Bewerber wegen pandemiebedingt fehlender Ausbildungsmessen, schwieriger Praktikumssituationen und erschwerter Berufsberatung in den Schulen nicht ausreichend zueinander fanden. "Jetzt muss alles dafür getan werden, um das Matching von Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt voranzubringen. Verlorene Ausbildungsjahrgänge wegen Corona können wir uns nicht leisten", sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. Juni 2021 um 12:00 Uhr.

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Moderation 30.06.2021 • 18:31 Uhr

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