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Arbeitsmarkt im September Zahl der Arbeitslosen sinkt um 62.000

Stand: 30.09.2022 10:39 Uhr

Die steigenden Preise und die Energiekrise haben bislang nur geringe Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Im September sank die Zahl der Arbeitslosen um 62.000 im Vergleich zum Vormonat. Allerdings erkundigten sich mehr Firmen nach Kurzarbeit.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im September gegenüber dem Vormonat um 62.000 auf 2,486 Millionen gesunken. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg weiter mitteilte, sank die Arbeitslosenquote damit um 0,2 Prozentpunkte auf 5,4 Prozent. Im Vergleich zum September des Vorjahres stieg die Zahl der Arbeitslosen allerdings leicht um 21.000.

Die sogenannte Unterbeschäftigung, die zusätzlich zur Arbeitslosigkeit auch Menschen in Fördermaßnahmen und Krankgeschriebene berücksichtigt, stieg laut BA auf 3.251.000 und lag damit saisonbereinigt um 26.000 höher als im Vormonat und um 51.000 höher als im September 2021.

Arbeitsmarkt stabil

"Der Arbeitsmarkt ist trotz steigender Preise und der Sorge vor Energieknappheit insgesamt weiter stabil", sagte die BA-Vorstandsvorsitzende Andrea Nahles bei der Vorstellung der Zahlen. "Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind zu Beginn der Herbstbelebung gesunken. Die Arbeitskräftenachfrage gibt aber auf sehr hohem Niveau leicht nach."

Saisonbereinigt nahm die Zahl der Arbeitslosen zum Erhebungsstichtag am 12. September um 14.000 zu. "Die Anstiege hängen auch mit der Erfassung der arbeitslosen ukrainischen Geflüchteten zusammen. Ohne Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit wäre die Entwicklung deutlich besser ausgefallen", teilte die BA mit. Experten hatten trotz der wirtschaftlichen Talfahrt eine stabile Entwicklung erwartet und verweisen auf den hohen Arbeitskräftebedarf in Deutschland.

Forscher: Interesse an Kurzarbeit

Die führenden deutschen Forschungsinstitute rechnen damit, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter trotz der erwarteten Rezession eher zu halten versuchen. Allerdings erkundigten sich laut BA zuletzt wieder mehr Unternehmen nach den Rahmenbedingungen für Kurzarbeit.

Außerdem werden weniger offene Stellen gemeldet: Die bislang hohe Nachfrage nach Arbeitskräften ging im September deutlich zurück. Das Arbeitsmarktbarometer des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sank im September auf den niedrigsten Stand seit 2020.