Ein Handwerker mit Arbeitshandschuh hält einen Fünf-Euro-Schein und ein paar Münzen in der Hand. | dpa

Arbeitskosten im EU-Vergleich Deutschland bleibt Hochlohnland

Stand: 03.05.2021 11:12 Uhr

Nur in wenigen europäischen Staaten kostet eine Arbeitsstunde mehr als in Deutschland. Dabei sind die Lohnnebenkosten laut Statistischem Bundesamt im EU-Vergleich eher niedrig - und sie werden durch Corona-Hilfen weiter gedrückt.

Deutschland ist auch im vergangenen Jahr im europäischen Vergleich ein Hochlohnland geblieben. In der Industrie kostete eine Arbeitsstunde einschließlich der Lohnnebenkosten 41,60 Euro und damit 46 Prozent mehr als im Schnitt der 27 EU-Staaten, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Teurer war die Industrie-Arbeitsstunde damit nur in Dänemark (47,80 Euro) und Belgien (44,20 Euro).

Unter zusätzlicher Berücksichtigung der wirtschaftlichen Dienstleistungen lagen die deutschen Arbeitskosten mit durchschnittlich 36,70 Euro pro Stunde wie bereits im Vorjahr auf dem siebten Rang in Europa. Sie stiegen mit drei Prozent etwas schneller als im Durchschnitt der übrigen Länder. Der EU-Schnitt betrug 28,00 Euro pro Stunde, die niedrigsten Kosten fielen in Bulgarien an mit 6,40 Euro.

Deutschland bei Lohnnebenkosten auf 12. Platz

Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten zusammen. Bei den Lohnnebenkosten wie zum Beispiel Sozialversicherungen müssen deutsche Unternehmen vergleichsweise geringe Lasten von 27 Euro pro 100 Euro Bruttolohn tragen. Das bedeutet Rang 12 in Europa und fünf Euro weniger als im EU-Schnitt. In Schweden betragen die Nebenkosten 47 Euro pro 100 Euro Bruttolohn.

Auswirkungen auf die Lohnnebenkosten hatten zuletzt die Corona-Hilfen der einzelnen Regierungen. Neben Kurzzeitarbeitsregelungen sind Subventionen oder Steuervergünstigungen ein wesentliches Element, um die Folgen der Corona-Krise auf Unternehmen und Beschäftigte abzufedern. "Steigen diese Zahlungen, so sinken anteilig die Lohnnebenkosten der Arbeitgeber", erklärte das Statistische Bundesamt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 03. Mai 2021 um 09:05 Uhr in den Nachrichten.