Euromünzen auf einem Haufen | Bildquelle: dpa

Statistisches Bundesamt Konjunktur lässt Schuldenberg schrumpfen

Stand: 26.09.2018 09:34 Uhr

Der Schuldenberg ist um 46,5 Milliarden Euro kleiner geworden. Die gute Konjunktur und die niedrigen Zinsen tragen zu dieser Entwicklung bei. Die Länder bauten mehr ab als der Bund - an der Spitze Sachsen.

Der deutsche Staat hat seinen Schuldenberg im ersten Halbjahr 2018 wegen der guten Konjunktur um 46,5 Milliarden Euro abgetragen. Die Verbindlichkeiten von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte sanken zur Jahresmitte 2,3 Prozent zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Damit stand der Staat noch mit 1934,4 Milliarden Euro in der Kreide. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn dieser Statistik 2011. Grund ist die gute wirtschaftliche Entwicklung, die das Steuer- und Abgabenaufkommen steigert. Zudem entlasten niedrige Zinsen auf der Kostenseite.

Rückgang in den Ländern stärker

"Der Schuldenabbau fand auf allen Ebenen des öffentlichen Gesamthaushalts statt", erklärten die Statistiker. So sank die Verschuldung des Bundes um 21,0 Milliarden Euro oder 1,7 Prozent auf 1223 Milliarden Euro. "Einen stärkeren Rückgang wiesen die Länder auf", betonte das Bundesamt. Hier nahmen die Verbindlichkeiten um 21,4 Milliarden Euro oder 3,6 Prozent auf 574,5 Milliarden Euro ab.

Schuldenaufnahme in Hamburg und Schleswig-Holstein

Besonders hohe prozentuale Rückgänge gab es in Sachsen (-19,5 Prozent), Baden-Württemberg (-15,9) und Bayern (-13,1). Hamburg (+2,0) und Schleswig-Holstein (+1,5) erhöhten dagegen ihre Schulden. "In beiden Ländern waren Schuldenaufnahmen im Zusammenhang mit dem Komplex um die HSH Nordbank ein wesentlicher Grund für die Entwicklung", hieß es. Der Schuldenstand der Kommunen verringerte sich um 4,1 Milliarden Euro oder 2,9 Prozent auf 136,5 Milliarden Euro.

Mit Ausnahme von Baden-Württemberg (+0,4 Prozent) und des Saarlands (+0,2) konnten die Gemeinden der Länder ihre Schuldenstände reduzieren. Besonders kräftige Rückgänge gab es in Mecklenburg-Vorpommern (-10,1 Prozent), Sachsen-Anhalt (-7,5), Sachsen (-7,1) und Thüringen (-6,9). Die Sozialversicherung war zum Ende des zweiten Quartals mit 403 Millionen Euro verschuldet, 7,1 Prozent oder 31 Millionen Euro weniger als ein Jahr zuvor.

In der Statistik werden nur die Schulden gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich gezählt, also etwa gegenüber Banken und privaten Unternehmen.

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