Ein Arzt läuft über einen Gang in der Notaufnahme | AP

Tarifliche Einigung Klinikärzte bekommen mehr Geld

Stand: 06.03.2013 17:00 Uhr

Die bundesweit etwa 50.000 Ärzte an städtischen Kliniken bekommen 2,6 Prozent mehr Geld. Die Erhöhung gilt rückwirkend zum 1. Januar. 2014 folgt eine weitere Erhöhung der Bezüge um zwei Prozent.

Darauf einigten sich die Ärztegewerkschaft Marburger Bund und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) nach fast dreitägigen Verhandlungen. Außerdem gibt es Verbesserungen bei den Bereitschaftsdiensten, die die Gewerkschaft mit weiteren 0,6 Prozent Vergütungszuwachs bewertete.

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Die Klinikärzte erhalten rückwirkend mehr Geld. Bild: AP

"Akzeptables Ergebnis"

Der Marburger Bund sprach von einem "akzeptablen Ergebnis, das keine Jubelstimmung auslösen wird". Der Arbeitgeberverband erklärte, mit dem Abschluss nähmen die Ärzte an der allgemeinen Lohnentwicklung teil, obwohl die derzeitige Krankenhausfinanzierung eigentlich keinen Raum für Lohnerhöhungen lasse. Der Kompromiss sei aber vertretbar, zumal die Krankenhäuser über die 23 Monate Laufzeit Planungssicherheit hätten.

Der Marburger Bund hatte ursprünglich sechs Prozent mehr Geld und eine deutliche Verringerung der wöchentlichen Höchstarbeitszeitgrenze gefordert. Der Tarifabschluss sieht nun 58 statt 60 Stunden pro Woche vor. Eine stärkere Verringerung hätten die Arbeitgeber verweigert, sagte der Verhandlungsführer des Marburger Bundes, Rolf Lübke.

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KOMMENTARE

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hecker 07.03.2013 • 00:37 Uhr

Klinikärzte-Arbeitszeit

Die Herausstellung der 58 Wochenarbeitsstunden ist schlicht irreführend. 1.Es handelt sich hier um eine Obergrenze, die sich aus Vollarbeitszeit, Überstunden und Bereitschaftsdienst zusammensetzt. Und die beileibe nicht die Regel ist. 2. Schon seit vielen Jahren liegt die Höchstarbeitszeit der Klinikärzte bei durchschnittlich 48 Stunden Pro Woche (Arbeitszeitgesetz), und die einzelnen Tarifveträge liegen sogar deutlich darunter (39-40 Stunden pro Woche). 3. Viele Klinikärzte streuben sich nicht gegen Überstunden, weil sie damit ihr Grundgehalt um bis zu 80% aufbessern können. Dass sie damit billigend die Gesundheit ihrer anvertrauten Patienten gefährden könnten, scheint sie nicht zu interessieren.